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Erfahrungsbericht Ghana, Accra- Freiwilligendienst

Erfahrungsbericht von Carina aus Weinheim, 19 Jahre


Wo fängt man da am Besten an, wenn man glaubt, man hatte eine der schönsten Zeiten ?

Ich träumte schon seit Ewigkeiten mal alleine in ein Entwicklungsland zu reisen. 

Mein Name ist Carina, ich bin 19 Jahre halt und habe im Februar einen Freiwilligendienst  mit der Organisation „Praktikawelten“ absolviert in Ghanas Hauptstadt, Accra. Leider konnte ich aufgrund meines Studiums nur ein Monat dort bleiben- es war zwar „nur“ ein Monat, aber ein unheimlich interessanter und intensiver Monat. 

Ich habe dort Kinder unterrichtet- Kinder, die auf der Straße lebten, Kinder, die einen Elternteil verloren hatten, Kinder, deren Zukunft ungewiss war und Kinder, die in Slums „hausten“. Und klar, das war mir bewusst, aber trotzdem war es teilweise unheimlich traurig. Den Kindern ging es gut, sie bekamen zu essen, sie spielten und waren glücklich. Und das war für uns Europäer am Anfang kaum vorstellbar. 

Aber das war es, was meine Reise so einzigartig gemacht hat. Klar, man könnte von einem Kulturschock sprechen, aber ich fand es einfach super aufregend zu erfahren, wie andere Menschen mit weniger finanziellen Mitteln, leben. 

Accra an sich war nicht unbedingt eine schöne Stadt. Es gab aber schöne Ecken. Es gab aber auch Slums. Wir machten mit einem Führer eine Slum-Tour, unheimlich krass! 

Wir fuhren am Wochenende mit allen Freiwilligen in den Regenwald, besuchten Krokodil-Farmen, besuchten den „Mole-National-Park“ (unheimlich zu empfehlen!) mit Elefanten, Antilopen usw., besuchten viele verschiedene Märkte und wurden von unseren Lehrern der Schule manchmal zu afrikanischen Festen eingeladen (auch total zu empfehlen!) 

Tagesablauf

Aufgestanden sind wir, 15 Freiwillige, meistens gegen 7, weil es da Frühstück gab. Frühstück und Abendessen war bei dem Preis der Organisation übrigens inbegriffen. Zum Projekt ging es dann meistens erst gegen 8 oder 9. Der Weg dorthin war alles andere als deutsch- natürlich. Die Busse kamen extrem unregelmäßig, man wusste nie ob man noch Platz drin finden würde und oft war auch der Preis der Fahrten unterschiedlich. Aber trotzdem kostete eine Fahrt im sogenannten „TROTRO“ umgerechnet für 45 Minuten nur ca. 20/30 Cent. - So wie alles in Ghana. Die Preise sind echt der Wahnsinn. Man isst hier zu Mittag für ca. 1 Euro mit Nudeln, Fleisch und Salat. Ein Liter Wasser kostet ca. 5 Cent. 

In der Schule angekommen, hängen sich die Schüler schon an dich, wollen dich besteigen oder dich einfach nur umarmen. Die Kinder liebten uns Freiwillige seit Tag 1 und waren unfassbar traurig, als ich dann gehen musste- eine der schlimmsten Tage- der letzte Tag :( 

Den Unterricht darf man auf keinen Fall vergleichen mit dem Deutschen. Die Kinder sind nicht diszipliniert, sind laut, schreien und wollen viele lieber spielen. Da durchzugreifen war wirklich schwer. Aber trotzdem klappte es dann meistens irgendwie, aber leider nicht von langer Dauer. Die Lehrer waren alle unheimlich nett, Eigeninitiative war jedoch stets erforderlich. Die Lehrer warfen dich ein bisschen ins kalte Wasser, aber dadurch lernte man von Anfang an, dass man hier ein bisschen auf sich gestellt war, da die Lehrer genug mit den anderen Kindern zu tun hatten. Generell war der Schultag aber eher entspannt. Gehen durfte ich meistens gegen 12/1 Uhr. 

Da noch ein halber Tag vor mir lag, unternahm ich meistens noch was mit den anderen Freiwilligen. 

Möglichkeiten in Accra

Am ersten Tag nach der Schule, weiß ich noch, gingen wir in die größten Slums Accras. Wir durften nicht fotografieren, ein Führer, machte Fotos für uns. Es war eine Erfahrung, die ich so noch nie erlebt hatte. Die Menschen lebten auf dem Müll. Sie lebten zwischen vergammeltem Essen, zwischen Ziegen und Kühen, zwischen Elektromüll, der aus Europa stammte, und sogar zwischen Flüssen, die aus Müll bestanden. Es war einfach unfassbar für uns, zu sehen, dass Menschen so leben. Aber unser Fazit war trotzdem: sie sahen nicht traurig aus. Kinder lachten, spielten mit Müll und waren glücklich damit. Für uns schockierend- für sie Normalität. 

Des Weiteren sind wir natürlich sehr gerne an den Strand gefahren nach der Schule, der jedoch 30 Minuten mit dem Taxi entfernt lag. 30 Minuten mit dem Taxi waren aber wieder günstig. Hat uns ca. 2 Euro pro Person gekostet. Die Strände, die von der Stadt weiter entfernt lagen, waren wunderschön. Teilweise dachte man, man wäre auf einer karibischen Insel. 

In Accra gibt es außerdem unheimlich viele Märkte. Von Fake-Marken, über Obststände, Fischmärkte bis zu Teppich oder Taschen-, und Koffermärkten. Auch eine tolle Erfahrung! Man muss jedoch sehr aufpassen. Taschendiebe gibt es dort überall!

Accra hat auch ein sehr großes Fußball-Stadion. Wir waren dort und haben ein Länderspiel geschaut. Kenia gegen Ghana. Die Stimmung war der absolute Hammer!! Die Afrikaner haben getanzt, gejubelt unwahren voll und ganz dabei. 

Mein Fazit 

Ich habe Ghana kennen- und lieben gelernt. Es war eine Erfahrung, die ich nie wieder missen oder vergessen wollen würde. Man lernt unheimlich liebenswürdige, tolle, neue Menschen kennen. Manche Situationen sind traurig, manchmal kann man sich einfach nicht vorstellen, wie arm die Menschen dort sind. Aber ich durfte erfahren, dass sie alle trotzdem glücklich sind. Und dadurch lernt man das Leben, das Essen, das weiche Bett, die gute Luft, die Dusche und alles viel mehr zu schätzen. Ich habe gemerkt, dass ich mit so viel weniger auch auskommen würde. Das alles, was wir Deutschen daheim haben, ist ein Riesenglück und das kann man meiner Meinung nach erst nachvollziehen, wenn man in einem Entwicklungsland war. Man lernt sich selbst viel besser kennen und entdeckt tolle neue Dinge. 

Wenn man meint, man kann vor Ort viel verändern, muss ich von vorne herein sagen, dass das auf jeden Fall nicht der Fall ist. Ich versuchte anzupacken wo ich kann, habe meiner Schule Geld gespendet und den Kindern immer mal wieder Essen gekauft oder auch Hefte und Stifte. Es sind die kleinen Dinge, die du tun kannst, um den Menschen ein lächeln ins Gesicht zu zaubern. Aber Großes kann man alleine, als Freiwilligenhelfer, leider nicht bewirken. Aber die Menschen dort sind froh über jeden kleinen Handgriff. 

Ich kann sagen, dass ich Ghana zu 100 Prozent wieder sehen werde und unheimlich viel Erfahrungen sammeln konnte. Mein Abschied ist mir dementsprechend schwer gefallen. 

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, etwas in die Richtung zu machen, kann ich nur sagen: Macht es !! Ihr werdet es auf gar keinen Fall bereuen!

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