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Meine Zeit als Artenschutzvolunteer auf den Seychellen

Erfahrungsbericht von Su Fen, 30 Jahre, Singapur


Die Arbeit mit Schildkröten

Ich bin eine echte Naturliebhaberin! Und da Schildkröten zu meinen Lieblingstieren gehören, bin ich froh und dankbar, dass ich während meines Aufenthalts mit Natucate als freiwillige Helferin auf North Island so viel über sie lernen durfte.

Schon ab Tag 1 wurde uns beigebracht, wie man ihre Spuren liest und wie man erkennt, wo ihre Nistplätze liegen. Des Weiteren erfuhren wir, wie sensibel Schildkröten eigentlich sind und welch wichtige Rolle sie in der Natur einnehmen.

Die Aufgabe vom sogenannten „Environment Team“ – in dem auch ich mitwirkte – war es, die Schildkröteneier zu etwas höher gelegenen Strandabschnitten zu tragen, sodass sie die Flut sie nicht wegspülen konnte. Im Rahmen dieser Arbeit habe ich dann zum ersten Mal Schildkröteneier gesehen, ein tolles Erlebnis!

Ein weiterer Punkt auf dem Arbeitsplan sind Strandwanderungen. Diese dienen dazu herauszufinden, ob und wie viele neue Schildkrötennester es gibt oder ob Schildkröten gerade dabei sind, Eier zu legen. Zeitgleich werden diese Patrouillen dazu genutzt, an den Strand gespülten Müll zu entfernen und auf dieses Weise für saubere und sichere Strandabschnitte für die marinen Bewohner zu sorgen. Wer jedoch glaubt, dass Strandwanderungen eine entspannte Aufgabe darstellen, liegt ganz schön falsch: Das stundenlange Laufen im Sand unter der teils heißen Seychellen-Sonne kann körperlich ziemlich anstrengend sein. Die Arbeit wird jedoch entlohnt: So durfte ich bereits im Laufe meiner vierten Strandwanderung miterleben, wie einige kleine Karettschildkröten gerade schlüpften und anschließend den Weg Richtung Meer antraten. Das war eine unbeschreibliche Erfahrung!

Zu guter Letzt gehört auch das Ausmessen und Markieren der Schildkröten zu wichtigen Tätigkeiten im Projekt. Kehrt die Schildkröte auf die Insel zurück, verrät die Markierung, in welchem Jahr sie das erste Mal auf North Island verzeichnet wurde – und die Tatsache, dass sie noch immer zur Eiablage auf die Insel kommt, ist ein gutes Zeichen. Durch das Ausmessen wird die aktuelle Größe mit der damaligen verglichen und eine Wachstumsermittlung ermöglicht.

Ich habe erfahren, dass es der Population der Karettschildkröten aufgrund der vielen Sichtungen auf North Island momentan sehr gut geht. Das Artenschutzprojekt scheint somit auf dem richtigen Weg zu sein.

Die Arbeit im Umweltschutz

Die Gruppenleiter des Projekts haben uns Freiwilligen die Arbeit eines Umweltschützers auf wunderbare Weise nähergebracht. Diese ist sehr umfassend:

Neben der Schildkrötenüberwachung gehört unter anderem auch das Zählen verschiedener auf der Insel ansässiger Tierarten, das Untersuchen des Strandes sowie das Pflanzen einheimischer Vegetation zu den Aufgaben. Zudem besteht in der Umweltbildung der Einheimischen und Touristen ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Durch Information und Aufklärung soll vermittelt werden, welche Verhaltensweisen nachhaltig sind, welche wiederum einen negativen Effekt auf die Natur haben und wie jeder dazu beitragen kann, die nachhaltige Entwicklung der Insel zu unterstützen.

Der Rattenraum

Kurz nach meiner Ankunft auf North Island wurde ich mich mit dem Begriff „Rat Room“, also „Rattenraum“ bekannt gemacht. Ich erfuhr, dass es sich dabei um einen gesicherten Raum handelt, in dem alle auf der Insel eintreffenden Waren zwischengelagert werden. Daraufhin begibt sich das Team des „Environmental Department“ an die Untersuchung der Waren und stellt sicher, dass keine Ratten zwischen ihnen versteckt sind. Im Raum und auf der Insel aufgestellte Fallen unterstützen das Team bei der Arbeit. Diese strenge Handhabung ist unbedingt notwendig, denn lange Zeit stellten Ratten eine Bedrohung für die einheimischen Arten der Insel dar. Viel Arbeit wurde in die Eindämmung gesteckt – im Jahr 2005 hat North Island schließlich den Status „rattenfrei“ erhalten. Damit dieser Status auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann, sind weiterhin gründliche Kontrollen notwendig.

Abschlussgedanken

Die voranschreitende Erholung der Insel und ihre atemberaubend schöne Tier- und Pflanzenwelt haben mich tief beeindruckt. Ich konnte sogar ein Foto von einem noch jungen Weißschwanz-Tropikvogel schießen, der kurz davor stand, sein Nest zu verlassen Die Art der Weißschwanz-Tropikvögel war einst stark von den Ratten auf der Insel bedroht und erholt sich nun langsam, aber stetig.

Natucate hat mir eine einmalige und wunderschöne Zeit auf North Island ermöglicht. Die Stille und Schönheit der Insel haben mich als Stadtmensch sofort in ihren Bann gezogen. Selten habe ich mich der Natur so nahe gefühlt wie in diesem Paradies. Ich habe so viel lernen und vor allem zum Schutz von Schildkröten und der sensiblen Natur beitragen dürfen.

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