Freiwilligenarbeit während des Sabbatjahrs: Auszeit mit sozialem Engagement


Ein Sabbatjahr – häufig auch Sabbatical genannt – ist für viele Menschen der perfekte Anlass, um sich für ein paar Monate von allen Verpflichtungen zu befreien und nur das zu tun, worauf man Lust hat. Während sich die einen den Traum vom Eigenheim erfüllen, reisen andere um die Welt. Wieder andere nutzen die Zeit beispielsweise auch, um eine Fremdsprache zu erlernen oder sich anderweitig weiterzubilden. Es gibt aber auch diejenigen, die weniger an sich selbst und mehr an andere denken und ihr Sabbatjahr nutzen, um „ihren Beitrag zu leisten“, wie man so schön sagt. Die Freiwilligenarbeit in einem sozialen Projekt im Ausland ist eine tolle Möglichkeit, um die berufliche Auszeit sinnvoll zu gestalten und sich dabei auch noch auf den verschiedensten Ebenen weiterzuentwickeln. Was du alles zur Freiwilligenarbeit während des Sabbatjahrs wissen musst, verrät dir dieser Beitrag.

Sabbatjahr – Was ist das überhaupt?

Falls dir die Begriffe Sabbatjahr beziehungsweise Sabbatical nichts sagen, möchten wir sie dir an dieser Stelle noch einmal kurz erklären. Das Sabbatjahr ist – ganz allgemein – eine verlängerte Auszeit vom Job, die manchmal auch als Sonderurlaub bezeichnet wird. Das Arbeitszeitmodell hat seinen Ursprung in den USA und wurde dort erstmals für Forschungssemester genutzt. Nach und nach schwappte das Prinzip von den Universitäten auf die Wirtschaft über. Heute kann man nicht nur als Professor, sondern auch als Angestellter oder sogar Selbstständiger ein Sabbatjahr einlegen. 

Anders als häufig vermutet muss das Sabbatical keinesfalls ein ganzes Jahr dauern. Wie lang deine Auszeit sein soll, entscheidest du individuell in Absprache mit deinem Arbeitgeber. Grundsätzlich ist jede Zeitspanne möglich. Um einen wirklichen Nutzen aus deinem Sabbatical zu ziehen, empfehlen wir dir, mindestens drei Monate einzuplanen.

Und wozu das Ganze?

Einfach mal den Joballtag hinter sich lassen und das Leben genießen klingt ja grundsätzlich ganz hervorragend – doch ist das wirklich alles?!

Natürlich nicht! Die Mehrheit der Leute, die sich für ein Sabbatjahr entscheiden, tun das aus einer ganz bestimmten Motivation heraus. Hier ein paar Beispiele:

  • Ausbruch aus den starren Strukturen des Alltags
  • Tapetenwechsel und Horizonterweiterung
  • Erweiterung/Vertiefung bestimmter Fähigkeiten (beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz)
  • intensive Zeit mit der Familie (beispielsweise Kindererziehung und Pflege)
  • soziales Engagement

Der letzte Punkt der Auflistung soll an dieser Stelle noch etwas genauer beleuchtet werden, denn wenn wir über soziales Engagement sprechen, sprechen wir automatisch auch über Freiwilligenarbeit (im Ausland)

Social Sabbatical: Soziales Engagement in Form von Freiwilligenarbeit 

Freiwilligenarbeit im Ausland hat viele Gesichter. Das ist auch gut so, denn es bedeutet, dass du dein Sabbatjahr exakt nach deinen Wünschen und Vorstellungen gestalten kannst. Es gibt nicht „die eine Standardlösung“, mit der sich jeder zufrieden geben muss. Stattdessen kannst du eigenständig entscheiden:

  • wo (also in welchem Land) du Freiwilligenarbeit leisten willst
  • was du im Zuge deiner Freiwilligenarbeit machen willst
  • wie lang deine Freiwilligenarbeit dauern soll

Grundsätzlich wird die Freiwilligenarbeit, die auch im Rahmen eines Sabbaticals stattfinden kann, in drei Gruppen unterteilt:

  • Internationale Freiwilligendienste: Hierunter versteht man verschiedene ehrenamtliche Arbeitseinsätze mit unterschiedlicher Dauer. Die Freiwilligendienste sind sehr unterschiedlich. Gleiches gilt für die Projekte, die sie anbieten. Es ist dementsprechend ratsam, sich vorher genau mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.
  • WWOOFing: Diese Abkürzung steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“, was frei mit „freiwilliger Arbeit auf ökologischen Höfen (also Farmen)“ übersetzt werden kann. Als Gegenleistung erhältst du eine kostenfreie Unterkunft und Verpflegung. Oben drauf gibt es außerdem den direkten und unverfälschten Kontakt zu den Einheimischen.
  • Corporate Volunteering: Diese Form der Freiwilligenarbeit ist wahrscheinlich am wenigsten für ein Sabbatical geeignet. Beim Corporate Volunteering geht es nämlich um den Einsatz von Unternehmen und deren Mitarbeitern in sozialen und gemeinnützigen Projekten. Es ist eher unüblich, dass Außenstehende an den sogenannten „betrieblichen Freiwilligenprogrammen“ teilnehmen.

Tierschutz, Sprachunterricht, Entwicklungszusammenarbeit, Ausbau der Infrastruktur, Farmarbeit – Freiwilligenarbeit im Ausland hat viele verschiedene Gesichter und bietet dir garantiert das Programm, das perfekt zu dir passt und dein Sabbatical zu einer unvergesslichen Zeit werden lässt. Auf unserer Plattform findest du zahlreiche Inspirationen und konkrete Projekte für deine Freiwilligenarbeit während des Sabbatjahrs. 

So organisierst du dein Sabbatjahr

Ehe dein Abenteuer beginnen kann, musst du es jedoch gut vorbereiten. Ein Sabbatical planen kann schnell zu einer kleinen Herausforderung werden. Darum ist es wichtig, dass du genau weißt, was du alles im Vorfeld klären musst.

Schritt #1: Wirf einen Blick in deinen Arbeitsvertrag! Wenn du Glück hast, ist dort die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen, bereits geregelt. Wenn du Beamter oder Lehrer bist, hast du auf jeden Fall Anspruch auf ein Sabbatical. 

Schritt #2: Sprich mit deinem Vorgesetzten! Die Organisation von einem Sabbatical funktioniert nicht ohne Absprachen mit dem Chef. Dieser muss die Auszeit nicht nur unter Umständen genehmigen, sondern sollte auch mitreden, wenn es um Themen wie Finanzierung, Dauer und Vertretung geht.

Schritt #3: Plane die Finanzierung deiner Auszeit! Das liebe Geld spielt eine zentrale Rolle bei der Planung deines Sabbatjahres. Denn wenn du nicht deinem Hauptberuf nachgehst, hast du auch keine geregelte Einnahmequelle. Ein Sabbatical finanzieren funktioniert auf unterschiedlichen Wegen, beispielsweise mit Zeitkonten und/oder Gehaltsfortzahlung. Was du unbedingt beachten solltest, sind die zusätzlichen Kosten, die im Fall mancher Projekte auf dich zukommen.

Schritt #4: Halte alle Absprachen mit dem Arbeitgeber in einem Vertrag fest! In diesem Dokument sollte beispielsweise geklärt werden, wie lang das Sabbatical dauert und auf welche Weise es finanziert wird. Weitere mögliche Punkte des Vertrags sind u.a.: „Unter welchen Umständen darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer kontaktieren?“, „Vertretung des Arbeitnehmers“ und „Arbeitsverhältnis nach dem Sabbatical“. Ein solcher Vertrag erscheint vielleicht auf den ersten Blick lästig. Aber er hilft sowohl dir als auch deinem Arbeitgeber, dem Sabbatical entspannter entgegenzublicken. 

Schritt #5: Finde ein spannendes Projekt! Wenn alle Rahmenbedingungen geklärt sind und dir dein Arbeitgeber grünes Licht gegeben hat, kannst du endlich nach einem passenden Volunteering-Programm suchen. Hier findest du ein paar Anregungen und Hilfe für deinen Entscheidungsprozess.

Schritt #6: Kläre den ganzen „Papierkram“! Gelten deine Versicherungen auch fürs Ausland? Brauchst du vielleicht ein Visum und/oder eine Arbeitsgenehmigung? Welche Impfungen sind wichtig? Fragen wie diese sind zwar extrem nervig, müssen vor dem Beginn deines Social Sabbaticals aber unbedingt beantwortet werden. Plane unbedingt genügend Zeit, um dich mit allen Punkten auf deiner Checkliste auseinanderzusetzen.

Die Auszeit vom Job nutzen, um sich sozial zu engagieren – Das klingt in deinen Ohren nach einer großartigen Sache? Dann solltest du unbedingt darüber nachdenken, während deines Sabbatjahres Freiwilligenarbeit zu leisten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Informiere dich am besten sofort.

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