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Interkulturelle Kompetenz


Interkulturelle Kompetenz ist angesichts zunehmender Globalisierung eine enorm wichtige Eigenschaft. Für Menschen, die eine längere Zeit im Ausland verbringen möchten, ist sie sogar unentbehrlich. Vor allem, wenn du Freiwilligenarbeit im Ausland leisten möchtest, solltest du dich vorab mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. Denn vor Ort wirst du eng mit Menschen aus einer ganz anderen Kultur zusammenarbeiten und oft auch zusammenleben. Doch was bedeutet interkulturelle Kompetenz eigentlich genau? Worauf musst du achten? Und wie wird man interkulturell kompetent? 

Was bedeutet Interkulturelle Kompetenz? 

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Menschen aus anderen Kulturkreisen angemessen umzugehen und erfolgreich zusammenzuarbeiten. Dabei sollte die Effektivität des Umgangs und der Zusammenarbeit von beiden Seiten als positiv empfunden werden. Wichtige Voraussetzungen für interkulturelle Kompetenz sind unter anderem: 

  • Feinfühligkeit, Empathie und Einfühlungsvermögen 
  • Offenheit und Verständnis gegenüber anderen Sichtweisen, Verhaltensweisen und Denkmustern
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit im Denken: Bereitschaft, auch das eigene Verhalten, Überzeugungen und Denkweisen unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen 
  • Die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt transparent zu vermitteln und klar und deutlich zu artikulieren, wenn es erforderlich ist
  • Interkulturelle Sensibilität: die Fähigkeit, Wahrnehmung, Konzepte, Denken, Fühlen und Handeln der Fremdkultur bei der Interaktion zu berücksichtigen
  • Bewusstmachung und Hinterfragen bestimmter Stereotype, Vorurteile und Klischees gegenüber der Fremdkultur
  • Bereitschaft, Stereotype zu revidieren und Neues zu lernen. 
  • Selbstbewusstsein im Sinne von „sich seiner selbst bewusst sein“, also zu wissen, wer man ist und warum man auf eine bestimmte Art und Weise denkt und handelt. 

Warum ist interkulturelle Kompetenz wichtig?

Aufgrund zunehmender Globalisierungstendenzen gibt es in unserer Welt immer mehr Kontakt zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Gerade in der Arbeitswelt bewegen wir uns immer seltener ausschließlich im eigenen Kulturkreis. Interkulturelle Kompetenz ist daher in der heutigen Welt genauso wie Fremdsprachenkenntnisse für fast jeden Menschen wichtig. Vor allem Menschen, die einen längeren Auslandsaufenthalt planen, sollten sich mit diesem wichtigen Thema beschäftigen und sich die wichtigsten Kenntnisse über die Kultur im Gastland aneignen. So vermeidest du, dass du in deinem Gastland in Fettnäpfchen trittst und es vor Ort zu vermeidbaren Problemen kommt. Vor allem Menschen, die in ein Land mit einer ganz anderen Kultur aufbrechen, sollten sich entsprechend vorbereiten. Vor Ort wird sich deine interkulturelle Kompetenz zwar noch mal enorm verbessern, doch du zeigst auch Respekt, wenn du dich ein wenig auf die Kultur im Gastland vorbereitest. Interkulturelle Kompetenz ist für deinen Lebenslauf enorm wichtig, zahlt sich aber in einer Welt, die immer näher zusammenrückt, auch im privaten Bereich aus.  

Beispielhafte Freiwilligenarbeit-Projekte

Tipps für das Verhalten im Ausland 

Wenn du einen Freiwilligen-Aufenthalt im Ausland planst, solltest du dich zum einen auf die Kultur deines Gastlandes vorbereiten und dir zum anderen allgemeine Fähigkeiten im Umgang mit anderen Kulturen aneignen. 

Du kannst dich vorab mit der Kultur in deinem Gastland beschäftigen, indem du spezielle Vorbereitungsseminare besuchst, den Kontakt zu Menschen aus diesem Kulturkreis in deinem Heimatland suchst (z.B. über ein Sprachtandem, bei dem ihr euch auch über kulturelle Besonderheiten austauscht) sowie Bücher oder Blogs über dein Gastland und dessen Kultur liest. 

Um peinliche Fettnäpfchen zu vermeiden, solltest du vor allem auf folgendes achten: 

  • Das Zeitempfinden kann in verschiedenen Kulturkreisen ganz unterschiedlich sein. Grundsätzlich orientieren sich asiatische Kulturen beispielsweise mehr an der Vergangenheit, Lateinamerikaner, Afrikaner und Südeuropäer eher an der Gegenwart, Nordamerikaner und Westeuropäer dagegen sind stärker auf die Zukunft ausgerichtet. Darüber hinaus kann beispielsweise „pünktlich“ in verschiedenen Ländern etwas ganz anderes bedeuten. In manchen Ländern ist man auch pünktlich, wenn man 15 Minuten zu spät auftaucht, Deutsche dagegen, sowie auch einige andere Nationen, empfinden das als extrem unhöflich. 
  • In Bezug auf Gesten kommt es häufig zu Missverständnissen. Manche Gesten habe in einigen Kulturkreisen beispielsweise eine positive Bedeutung, während sie in anderen Kulturen etwas Negatives oder gar Anstößiges ausdrücken. So signalisiert zum Beispiel ein mit Daumen und Zeigefinger geformtes O in manchen Kulturen, dass alles in Ordnung ist, in einigen lateinamerikanischen Ländern, in Spanien und in Osteuropa ist es dagegen eine unanständige Geste. In islamischen Ländern wird dagegen der aufwärts gerichtete Daumen häufig als unanständige Geste verstanden. 
  • Auch im zwischenmenschlichen Umgang und Verhalten gibt es mitunter gravierende Unterschiede. So gilt es in einigen afrikanischen Ländern als Zeichen des Respekts, den Augenkontakt im Umgang mit Autoritätspersonen zu vermeiden. In manchen asiatischen Ländern und im mittelamerikanischen Raum beweist man gute Manieren, wenn man nach dem Essen direkt aufsteht, denn das signalisiert, dass man sich satt gegessen hat. In Afrika wird es als Kompliment aufgefasst, jemanden auf seine Gewichtszunahme hinzuweisen. 

Vorbereitung auf deinen Auslandsaufenthalt

Interkulturelle Kompetenz kann schon in jungen Jahren vorhanden sein, sie kann aber auch im Laufe des Lebens weiter ausgebaut, gefördert und entwickelt werden. Diesen Prozess nennt man interkulturelles Lernen. Interkulturelles Lernen ist sowohl vor dem Auslandsaufenthalt in der Theorie möglich und kann später vor Ort weiter ausgebaut werden. 

Insbesondere vor einem längeren Auslandsaufenthalt ist es sinnvoll, sich darauf vorzubereiten, indem du dich bereits vorab mit den kulturellen Besonderheiten deines Ziellands beschäftigst und wichtige Kompetenzen  wie interkulturelle Sensibilität, emphatische Fähigkeiten, Offenheit und das Hinterfragen von Stereotypen und Vorurteilen stärkst. Dabei helfen dir beispielsweise Vorbereitungsseminare, die von einigen Veranstaltern von Freiwilligenarbeit im Ausland angeboten werden. Ist das nicht der Fall, kannst du dich auch selbst noch passenden Kursen umschauen, die das wichtige Thema interkulturelle Kompetenz behandeln und deine Fähigkeiten auf diesem Gebiet noch vor dem Einsatz stärken. Dadurch wird es dir vor Ort sehr viel leichter fallen, dich in die Gastkultur zu integrieren, unangenehme Fettnäpfchen zu vermeiden und das Beste aus deinem Auslandsaufenthalt herauszuholen. 

Volunteer-Blog

In unserem Volunteer-Blog gibt dazu auch einen hilfreichen Beitrag zum Thema:  10 Voraussetzungen für Freiwilligenarbeit

Schon vorher mit der anderen Kultur in Kontakt treten

Es lohnt sich daher, wenn du dich vorab mit den wichtigsten Unterschieden sowie besonderen Gesten und Gepflogenheiten der Kultur deines Gastlandes vertraut machst. Das kannst du beispielsweise, indem du in deinem Heimatland mit einer Person aus dem Kulturkreis deines Ziellandes in Kontakt trittst. Gehst du also nach Indien, suche schon vorab Kontakt zu Indern, die in Deutschland leben. Sie kennen die wesentlichen Unterschiede und können dich am besten vorbereiten, sodass du zumindest die gröbsten Fehler und Fettnäpfchen vermeiden kannst. Natürlich kannst du dich nicht auf alles vorbereiten und sicher werden auch vor Ort Situationen auftreten, die du nicht vorhersehen konntest. Dann solltest du deinen Standpunkt möglichst klar kommunizieren und verdeutlichen, dass bestimmte Dinge in deiner Kultur einfach anders sind. 

Vorsicht bei sensiblen Themen

Eine besondere Herausforderung sind für Menschen im Ausland oft sensible Themen, wie die Gleichberechtigung der Frau, die Rechte von Homosexuellen oder ein anderes Demokratie-Verständnis. Hier kann es passieren, dass ganz persönliche Grundwerte herausgefordert werden. Es ist wichtig, dass du bei solchen Themen nicht zu emotional wirst und versuchst, andere Meinungen relativ nüchtern zu betrachten. Menschen, die in einem ganz anderen Umfeld, mit anderen Werten und einer anderen Wahrnehmung aufgewachsen sind, vertreten mitunter ganz andere Meinungen. Auch hier ist Toleranz, Akzeptanz und Verständnis wichtig, wobei du natürlich deinen eigenen Standpunkt nicht aufgeben musst. Es bringt jedoch nichts, missionarisch aufzutreten und den anderen von irgendetwas überzeugen zu wollen. 

Fazit

Interkulturelle Kompetenz wird in der heutigen Welt immer wichtiger und ist gerade bei längeren Auslandsaufenthalten eine Grundvoraussetzung. Manche Menschen verfügen bereits in jungen Jahren aufgrund ihrer Erziehung, Auslandsaufenthalten und Familienurlauben im Ausland über interkulturelle Kompetenz, jedoch kann diese im Laufe eines Lebens weiter ausgebaut, gefördert und entwickelt werden. Ein längerer Auslandsaufenthalt stärkt die interkulturelle Kompetenz enorm. Du solltest dich aber auch vorab etwas vorbereiten und dich beispielsweise mit der Kultur deines Gastlandes befassen. Neben spezifischen Kenntnissen der jeweiligen Kultur sind auch allgemeine Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Toleranz und Offenheit, Bereitschaft zur Reflexion, Sensibilität und Selbstbewusstsein sehr wichtig. 

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