Voraussetzungen für Freiwilligenarbeit


Wenn du dich als Volunteer im Ausland engagieren möchtest, musst du zum Teil bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Inwieweit dies der Fall ist und wie die Vorgaben aussehen, variiert, je nachdem, mit welchem Programm oder Anbieter du ins Ausland gehst. Hier erfährst du, welche Voraussetzungen es gibt und wann diese gelten.

1. Mindestalter

Das Mindestalter, das Freiwillige für die Teilnahme an einem bestimmten Projekt haben müssen, richtet sich nach der Art des gesetzlich geregelten Freiwilligendienstes beziehungsweise nach dem gewerblichen Anbieter und dessen einzelnen Projekten. Es kommt also darauf an, welches Programm oder welche Organisation für deinen Auslandsaufenthalt zuständig ist. Bei der flexiblen Freiwilligenarbeit – für die du dich nicht bewirbst, sondern einfach anmeldest – ist es in der Regel so, dass die Anbieter das Mindestalter in Absprache mit dem Projekt-Team im Gastland festlegen. 

2. Höchstalter

Bei den gesetzlich geregelten (und finanziell geförderten) Freiwilligendiensten gilt immer ein konkretes Höchstalter. Darüber hinaus gibt es zunehmend Angebote für flexible Freiwilligenarbeit, die sich an eine ältere Zielgruppe wenden, zum Beispiel ab 25 oder 30 Jahren aufwärts oder auch für Senioren. Im Allgemeinen gibt es außerhalb der geregelten Freiwilligendienste selten ein Höchstalter. Eine Ausnahme stellt mitunter die Projektarbeit mit Kindern dar. Falls in diesem Bereich ein Höchstalter vorgegeben ist, dann aus Gründen des Kinderschutzes.

3. Mindestaufenthaltsdauer

Wie lange du mindestens im Ausland mitarbeiten solltest, ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Ebenso wie das Mindestalter bestimmen die Projektbetreiber auch die Mindestaufenthaltsdauer – schließlich wissen sie am besten, wie viel Zeit ein Volunteer vor Ort verbringen muss, um einerseits für das Projekt von Nutzen zu sein und andererseits selbst möglichst viel bei seinem Auslandseinsatz zu lernen und zu erfahren. Generell lässt sich sagen, dass längere Aufenthalte sinnvoller sind als kurze. Um das Land und seine Kultur richtig kennenzulernen, brauchst du einen gewissen Zeitraum. Noch wichtiger: Damit du dem Projekt wirklich helfen kannst, benötigst du zunächst eine Einarbeitungsphase und anschließend ausreichend Zeit, um das Projekt effektiv zu unterstützen. In Projekten mit Kindern ist die Aufenthaltsdauer von gesteigerter Bedeutung, denn sie brauchen Vertrauens- und Bezugspersonen. Dabei entstehen emotionale Bindungen. Verlassen Volunteers den Einsatzort nach wenigen Wochen wieder, können sie regelrechten Schaden bei den Kleinen anrichten. Wenn du vorhast, mit (insbesondere noch jungen) Kindern zu arbeiten, solltest du so viel Zeit wie möglich investieren. 

4. Vorkenntnisse/Berufserfahrungen

Die Mehrzahl der Volunteers sind Abiturienten/Abiturientinnen, weshalb berufsbezogene Vorkenntnisse meist keine Voraussetzung für Freiwilligenarbeit sind. Dies gilt für jede Art von Freiwilligendienst und Freiwilligenarbeit, ob gesetzlich geregelt oder flexibel. Bei einigen wenigen Projekte müssen Volunteers Fachkenntnisse und Berufserfahrung vorweisen; normalerweise handelt es sich dabei dann aber um Praktika oder Sabbatical-Angebote für Berufstätige. Selbst wenn es diesbezüglich keinerlei Vorgaben gibt, ist es ratsam, ein Projekt nach den eigenen Fähigkeiten, Kenntnissen oder Stärken auszuwählen. Wenn du etwas besonders gut kannst oder dich mit etwas genau auskennst, sei es durch einen Job, ein Hobby oder ein spezielles Interesse, solltest du dir gezielt einen Einsatzplatz suchen, in dem du dich damit einbringen kannst. Davon profitieren du und das Projekt gleichermaßen. 

Beispielhafte Freiwilligenarbeit-Projekte

5. Softskills

Nicht jede(r) eignet sich ohne Weiteres als Volunteer – für diese Auslandszeit solltest du bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringen. Daher fragen die Programme und Anbieter ihre Bewerber und Interessenten nach ihren Softskills. Hierzu gehören Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Eigeninitiative, Anpassungsfähigkeit, Kreativität sowie Empathie im Umgang mit Menschen. Bewirbst du dich bei einem gesetzlich geregelten Freiwilligendienst, wird im Laufe des Bewerbungsprozesses überprüft, inwieweit du dich für die Programmteilnahme eignest. Zusätzlich findet dort eine intensive Vorbereitung in Form von Seminaren oder Workshops statt. Anbieter flexibler Freiwilligenarbeit prüfen ihre angehenden Volunteers nicht so ausführlich, allerdings lassen sie sie oft ein Motivationsschreiben erstellen und verlangen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, was im Übrigen auf einen seriösen Anbieter hindeutet. Immer häufiger bieten gewerbliche Anbieter zudem Vorbereitungsseminare an, die jedoch weniger umfangreich ausfallen als die der geregelten Freiwilligendienste. 

6. Bist du wirklich bereit?

Die allerwichtigste Voraussetzung für Freiwilligenarbeit ist, dass du es wirklich willst und für diesen Schritt bereit bist. Um diese Frage zu beantworten, musst du dir klarmachen, was ein  freiwilliger Einsatz im Ausland bedeutet. Es ist nämlich eine ernstzunehmende Verpflichtung und sicher nicht immer leicht. Die anderen Mitarbeiter des Projekts zählen auf dich und darauf, dass du motiviert und aufmerksam bei der Sache bist. Volunteering ist richtige Arbeit, bei der du dir nicht aussuchen kannst, wann und wie viel du arbeitest. Du bietest deine Hilfe an und erfüllst Aufgaben, die andere dir aufgetragen. Du denkst jetzt vielleicht „ja, na klar, das ist doch selbstverständlich”. Aber versuche dir im Vorfeld wirklich bewusst zu machen, was das in der Realität heißt und wie solch ein Arbeitsalltag aussehen wird. Keine Frage, Wochenenden, Freizeitspaß und Reisen, um das Land zu erkunden, sind ebenfalls Teil eines Volunteering-Aufenthaltes. Doch während der Einsatzzeit steht die Projektarbeit eindeutig im Mittelpunkt. 

Ob tatsächlich Voraussetzungen für die Freiwilligenarbeit gelten und wenn ja, worin diese bestehen, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Zielland und vor allem dem betreffenden Projekt ab. Dank des großen Angebots an unterschiedlichen Einsatzplätzen findet eigentlich jede(r) angehende Freiwillige ein passendes Projekt.

Freiwilligenarbeit als Familie

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