Das passende Freiwilligenarbeit-Projekt finden


Die Entscheidung, welches Projekt du mit deinem Volunteering-Einsatz unterstützt, ist keine leichte. Gerade bei den gewerblichen Angeboten flexibler Freiwilligenarbeit ist die Auswahl schier überwältigend. Außerdem kommt es bei deiner Wahl nicht allein auf die Gegebenheiten der infrage kommenden Projekte an, sondern ebenfalls auf dich und deine persönliche Motivation. Wir erklären dir, welche Faktoren du bei der Projektsuche berücksichtigen solltest.

Deine Gründe für Freiwilligenarbeit 

Eines sollte dir bei der Suche nach dem passenden Projekt bewusst sein: Freiwilligenarbeit ist in erster Linie uneigennütziger Natur. Abgesehen davon bringt dir dein Auslandsaufenthalt selbstverständlich persönlich viel, denn du wirst während dieser Zeit wertvolle und unvergessliche Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse sammeln. Bei deiner Wahl sollte dennoch nicht ausschlaggebend sein, inwieweit dir der Auslandsaufenthalt nützt. Vielmehr sollte die am Gemeinwohl orientierte Sache, das Projekt, im Mittelpunkt stehen. Es geht also in erster Linie darum, wie du am besten helfen und dich nützlich machen kannst.

Lies dazu auch in unserem Volunteer-Blog: Warum einen Freiwilligendienst leisten?

Interessen vs. Fähigkeiten

Vielleicht hast du bereits eine Vorstellung davon, in welcher Art Projekt du gerne mitarbeiten würdest, weil dich dieser Bereich besonders interessiert. Grundsätzlich ist es eine gute Idee, deine persönlichen Interessen in deine Wahl einfließen zu lassen, denn mit einer großen Begeisterung für die Tätigkeit gehst du hoch motiviert an die Arbeit. Noch wichtiger sind aber deine Fähigkeiten und Stärken. Mit etwas, das du gut kannst, bist du dem jeweiligen Projekt nämlich umso mehr von Nutzen. Frage dich deshalb nicht nur: „Was möchte ich am liebsten machen?”, sondern besser: „Wo liegen meine Stärken?” und „In welchem Projekt werden meine Fähigkeiten gesucht?” Natürlich können deine Interessen und deine Fähigkeiten miteinander einhergehen. Hast du ein bestimmtes Hobby, bist du darin sicherlich auch gut. Insgesamt sind die Projekte so vielfältig, dass je nach Einsatz ganz unterschiedliches Können gefragt ist.

Kenntnisse aus Studium oder Beruf einsetzen

Zusätzlich bietet es sich an, Wissen und Fähigkeiten einzubringen, die du im Rahmen deiner Ausbildung, deines Studium oder deines Berufs erworben hast – sofern dies auf dich zutrifft. In Bezug auf Studium und Ausbildung ist außerdem erwähnenswert, dass du die Möglichkeit hast, ein Fachpraktikum in Form von Freiwilligenarbeit zu absolvieren. Selbstverständlich müssen in diesem Fall die Anforderungen, die deine Hochschule beziehungsweise dein Ausbildungsbetrieb an das Praktikum stellt, erfüllt sein. Das kannst du im Vorfeld bei dem Anbieter, der den Aufenthalt organisiert, erfragen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich entsprechendes Betreuungspersonal vor Ort um dich kümmert und du qualifizierte Tätigkeiten übernehmen darfst.

Überprüfe das Projekt

Hast du ein Projekt gefunden, in das du mit deinen Fähigkeiten und Stärken hineinpassen würdest, gilt es, dieses genauer unter die Lupe zu nehmen. Zugegeben, es ist nicht immer ganz einfach, ein Projekt aus der Ferne und ohne persönlichen Kontakt zu beurteilen. Dennoch kannst du versuchen, die ein Bild zu machen. Erster Ansprechpartner ist hier der Veranstalter, der die Freiwilligenarbeit organisiert. Gute Anbieter wissen über die Projekte Bescheid und sind dementsprechend in der Lage, dich umfassend zu informieren oder zumindest an jemanden zu vermitteln, der dies kann. Auch Erfahrungsberichte von Volunteers, die bereits im Projekt mitgearbeitet haben, vermitteln einen Eindruck. 

Woran erkenne ich ein gutes Projekt?

Fragen, anhand derer du die Qualität eines Projekts überprüfen kannst, sind zum Beispiel folgende: Gibt es festgelegte Ziele für das Projekt? Sind die Abläufe durchdacht und geregelt? Welche Rolle kommt den Freiwilligen zu? Ist ihr Einsatz im Projekt überhaupt sinnvoll? Deckt sich die Projektarbeit mit den Interessen der Einheimischen? Wird die lokale Bevölkerung in die Projektarbeit einbezogen? Behalte diese Fragen und Themen bei der Projektsuche im Hinterkopf.  

Zu einem gut organisierten Projekt, bei dem Volunteers auf sinnvolle Weise eingesetzt werden, gehört ein fester Ansprechpartner, an den du dich vor Ort mit Fragen und Problemen wenden kannst. Wie ein Mentor sollte diese Person dich unterstützen und dir weiterhelfen, wann immer die Situation es erfordert. Erkundige dich vorab bei der Organisation, ob solch ein Ansprechpartner zur Verfügung steht und welche Aufgaben er/sie übernimmt.

Im Volunteer-Blog hat sich Isabel ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt: Freiwilligenarbeit: Echte Hilfe oder Profit?

Beispielhafte Freiwilligenarbeit-Projekte

Weitere Kriterien

Projektarbeit, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern, sollte immer nachhaltiger Natur sein. Dazu muss sie langfristig angelegt sein und Möglichkeiten für dauerhafte positive Auswirkungen bieten. An dieser Stelle kommen wieder die bereits erwähnten Ziele des Projekts ins Spiel. Die Frage ist: Was möchte das Projekt auf lange Sicht erreichen und wie wird sichergestellt, dass die Arbeit langfristig eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation bewirkt? Und: Welche Rolle kommt den Volunteers dabei zu? Projekte, die nur über einen sehr kurzen Zeitraum durchgeführt und anschließend nicht weiterverfolgt werden (etwa von den Einheimischen), solltest du kritisch hinterfragen. 

Nachhaltigkeit ist bei sozialen Projekten ebenso von Bedeutung wie bei solchen, die sich dem Umwelt- und Naturschutz widmen. So zeichnet sich ein nachhaltiges Projekt durch den verantwortungsvollen Umgang mit Menschen und Ressourcen aus. Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn die lokale Bevölkerung in irgendeiner Form in das Projekt integriert wird, sei es praktisch oder durch Absprachen. Die Interessen der Einheimischen sollten immer berücksichtigt werden. Hierzu gehört auch, dass der Einsatz von Freiwilligen den Menschen vor Ort niemals die Arbeitsplätze strittig machen darf. Im Idealfall arbeiten Einheimische und Volunteers von außerhalb gemeinsam. Bei einer Unterbringung in Gastfamilien leben sie sogar gemeinsam unter einem Dach. Die Projektarbeit sollte einen interkulturellen Austausch ermöglichen, bei dem alle Beteiligten voneinander lernen – denn darum geht es bei Freiwilligenarbeit.

Die Nachhaltigkeit ist auch das Thema der Bachelor-Arbeit von Larisssa gewesen. Lies' dazu hier in unserem Volunteer-Blog: Nachhaltigkeit im Voluntorismus

Worauf du außerdem achten musst

Auf der Suche nach geeigneten Projekten gilt es, gewisse Details zu beachten. So sind nicht alle Projekte zu jeder Zeit verfügbar. Einige Tätigkeiten kannst du zu jedem beliebigen Zeitpunkt beginnen, andere haben festgelegte Starttermine. Oft gibt es zudem ein Mindest- und Höchstalter für die Teilnahme. Manchmal müssen auch bestimmte Voraussetzungen wie Vorkenntnisse, Qualifikationen, Sprachkenntnisse oder persönliche Eigenschaften erfüllt werden. Im Allgemeinen gelten bei Anbietern flexibler Freiwilligenarbeit weniger feste Vorgaben, sodass du viele wichtige Entscheidungen, etwa über die Länge deines freiwilligen Engagements, eigenverantwortlich triffst. 

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