World Unite!

World Unite!

World Unite! organisiert seit 2005 Praktika, Freiwilligeneinsätze und interkulturelle Lernmöglichkeiten in verschiedenen Ländern. Was World Unite! von anderen Organisationen unterscheidet ist, dass sie an den meisten Einsatzorten ihre eigenen Mitarbeiter vor Ort haben. Teil des Teams in Marokko ist Frau Fatima Haddad, die mehr als 40 Jahre lang die Sozialbeauftragte der Stadt Tanger und im Jahr 1987 Mitgründerin der Kinderkrippe von Tanger war. Ihre Tochter hat einen MA-Abschluss in Psychologie und ist selbst als einheimische Freiwillige in der Kinderkrippe tätig. World Unite! vermittelt auch regelmäßig Sachspenden an La Creche über das „Pack for a Purpose“-Programm

Problembeschreibung

In Marokko sind uneheliche Kinder und alleinerziehende Mütter gesellschaftlich nicht akzeptiert, was viele Mütter dazu zwingt, ihr Neugeborenes bei einer Babyklappe abzugeben. Im Jahr 2012 beschloss Marokko ein neues Gesetz, das es untersagt, dass Kinder ins Ausland oder an nicht-muslimische Familien vermittelt werden dürfen. Aus diesem Grund übersteigt seit 2012 die Zahl der abgegebenen Babys in der Kinderkrippe von Tanger deutlich die Zahl der vermittelten Adoptionen. Von etwa 35 Kindern, die vor 2012 zu jedem Zeitpunkt in der Kinderkrippe lebten ist die Zahl im Jahre 2018 auf etwa 75 gewachsen. Gleichzeitig sind die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und die Personalzahl jedoch nicht gewachsen, wodurch sich die Versorgungssituation der Kinder, zu denen auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen gehören, verschlechtert. Den Mitarbeiterinnen, die nur den gesetzlichen Mindestlohn bezahlt bekommen, fehlt es an Zeit für die Kinder.


Vision/Ziele

Ziel ist es, den Versorgungsstandard der Kinder in der Einrichtung zu verbessern. Durch Freiwillige kann ein besseres Verhältnis zwischen der Kinderanzahl und der Anzahl der Betreuer/innen erreicht werden, die etwa bei den Neugeborenen Windeln wechseln, Fläschchen geben, Kleidung waschen und wechseln, aufräumen sowie bei sonstigen anfallende Tätigkeiten mitwirken, damit die festen Mitarbeiterinnen mehr Zeit für ihre Rolle als permanente Bezugspersonen für die Kinder erfüllen können. Den Kindern mit besonderen Bedürfnissen sowie den älteren Kindern kann durch Freiwillige zudem zusätzliche persönliche Aufmerksamkeit gegeben werden, etwa zum Spielen und Lernen.


Bisherige Erfolge

Bis zum Jahr 2012 wurden die etwa 35 Kinder von durchschnittlich 7 festen Mitarbeiterinnen pro Schicht betreut, was einem Verhältnis von Betreuer zu Kinder von 1:5 entspricht. Im Jahr 2018 hätte sich diese Zahl ohne den Einsatz von ausländischen Freiwilligen auf rund 1:11 verschlechtert (7 feste Mitarbeiterinnen auf 75 Kinder). Durch die ausländischen Freiwilligen konnte das Verhältnis auf etwa 1:8 verbessert werden.

Dadurch werden nicht nur die Neugeborenen schneller und besser vorsorgt, sondern vor allem die Kinder mit besonderen Bedürfnissen bekommen mehr Aufmerksamkeit. Diese wurden zuvor den ganzen Tag aufgrund fehlenden Personals vor dem Fernsehen „geparkt“. Eine Mitarbeiterin von World Unite!, die einen MA-Abschluss in Psychologie hat, hat Aktivitäten und Lerninhalte ausgearbeitet, die die Freiwilligen mit den Kindern mit besonderen Bedürfnissen durchführen.

Die älteren Kinder erhalten von Freiwilligen auch Französischunterricht, was für Erfolg in der Schule in Marokko notwendig ist und wozu die Mitarbeiterinnen aufgrund der hohen Arbeitsbelastung wenig Zeit haben.


Herausforderungen

Das Verhältnis zwischen Anzahl der Kinder und Anzahl der Betreuer ist immer noch nicht ausreichend und wird sich aufgrund der wachsenden Kinderanzahl weiter verschlechtern. Einige der Kinder mit besonderen Bedürfnissen wie Autismus und Hydrocephalus benötigen eigentlich 24 Stunden Betreuung, was momentan nicht geleistet werden kann.

World Unite! ist sich darüber im Klaren, dass das ursächliche Problem gelöst werden muss, nämlich dass der gesellschaftliche Druck auf Mütter mit unehelichen Kindern reduziert wird sowie sich die Adoptionsgesetze verbessern. Dies sind jedoch gesellschaftliche bzw. politische Aufgaben, die für den Betreiber der Freiwilligenarbeit nicht zeitnah umsetzbar sind.

Die aktuelle Situation der Kinder ist weit davon entfernt, ideal zu sein, aber durch den Einsatz der Freiwilligen kann die Lage ein Stück verbessert werden. Dazu stellt es auch eine Herausforderung dar, sicherzustellen, dass das ganze Jahr über eine gleichbleibende und ausreichende Anzahl von Freiwilligen die Tätigkeiten in der Kinderkrippe von Tanger unterstützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Betreuungsverhältnis zwischen Betreuer und Kinder konnte von 1:11 auf 1:8 verbessert werden.
  • 20 Kinder mit besonderen Bedürfnissen bekommen durch Freiwillige Bewegung und Aktivitäten

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Erfahrungsberichte

Sarah, 18 Jahre, Lübeck
Während meines zweimonatigen Einsatzes als Freiwillige in La Crèche De Tanger war klar für mich zu erkennen, dass das Grundproblem der Einrichtung darin ...
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Muriel, 24 Jahre, Esslingen
Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Kinder etwas zu essen haben, dass sie sicher sind und dass sie gesund sind. Sie sind auch sehr herzlich zu den ...
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