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Freiwilligenarbeit in Guyana

Guyana ist mit ca. 750.000 Einwohnern ein kleiner aber dafür vom Tourismus noch sehr unberührter Staat in Südamerika, der seinen Namen vom gleichnamigen Gebirge erhalten hat. Geographisch findet man Guyana angrenzend an Brasilien, Venezuela, Surinam und den Atlantik. Diese Lage verspricht kilometerlange Strände im Osten des Landes und eine Mischung aus bewirtschafteter Fläche und teilweise überschwemmtem Regenwald (in der Regenzeit) an der Küste.

Freiwilligenarbeit in Guyana ist nötig um das Land mit sozialen und umweltspezifischen Problemen zu unterstützen.

Guyana überzeugt nicht nur durch seine faszinierende Natur sondern auch durch das Angebot für Freiwilligenarbeit. Denn leider gibt es auch viele Probleme, die das Land ohne Unterstützung nicht lösen kann. Neben kulturellen Besonderheiten und ein klein wenig Landesgeschichte möchten wir dich über deine Volunteer-Möglichkeiten in Guyana informieren und geben dir Tipps für deine Freiwilligenarbeit vor Ort mit.

Guyana: Der Tropenstaat

Mehr als drei Viertel des Landesinneren bestehen aus dichtem Regenwald mit Gebirgsabschnitten und sind für die Landwirtschaft nur nach der Abholzung nutzbar. Die Vegetation von Guyana sorgt das ganze Jahr über für ein äußerst feuchtes und gleichzeitig sehr warmes Klima. Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich zwischen 70 und 90 %, während die Temperaturen nie die 20 °C Grad-Marke unterschreiten und im Durchschnitt bei 31°C Grad liegen.

Indianer, Kokos-Rum und karibische Klänge

Ein Mix der Kulturen

Durch die niederländische Gründungsgeschichte, die spätere Regierungsübernahme durch die Briten bis hin zur Unabhängigkeit, wurde Guyana durch die verschiedensten Kulturen geprägt. Nicht nur die Indianer als Ureinwohner sondern vor allem überwiegend Inder und Afrikaner, die während der britischen Regierung als Sklaven nach Südamerika geholt wurden, prägten die Kultur des Landes. Bis heute bestehen aus dieser Zeit ethnische Konflikte zwischen Afro- und Indisch-Guyanern. Die Amtssprache des Landes ist Englisch und wird vermehrt als Kreolsprache (=Sprache mit starkem Akzent und Fremdwörtern, die durch Kontakt mit anderen Sprachen entsteht) benutzt. Fast gleichstark ist Hindi, die Sprache der Inder, verbreitet. Die führenden Religionen sind demnach der Hinduismus, das Christentum und alternative Naturreligionen.

Von Kochbanane bis Commonwealth

Den bestehenden Kulturmix kann man vor allem an Feiertagen, bei Bräuchen, an der Kleidung und in den typischen Gerichten der Guyaner erkennen. Es besteht ein farbenfroher Einfluss in jederlei Hinsicht, es wird viel getanzt und von den Küsten klingen karibische Klänge in das Land hinein. Die Landesküche Guyanas ist durch heimische Nahrungsmittel wie Reis, Bohnen, Kochbanane, andere exotische Früchte und überwiegend Fisch geprägt. Variiert wird durch die exotischen und vor allem scharfen Gewürze des asiatischen Raumes. Sehr bekannt ist Guyana außerdem für den landestypische Kokos-Rum.

Auch politisch betrachtet bemüht sich das Land seit Jahrzehnten in Kontakt mit anderen großen Ländern und wichtigen Organisationen zu treten. Bisher war Guyana zweimal Mitglied der UN und ist ein aktives Mitglied des Commonwealth. Weitere Beziehungen bestehen beispielsweise zu den Vereinten Nationen und der Europäischen Union.

Raubüberfällen und Todesstrafe

Zu den größten Problemen des Landes gehören zum einen soziale und zum anderen Natur- und Umweltbedrohungen. Die Probleme sind zum Teil eng miteinander verknüpft und haben verschiedenste Ursprünge.

Soziale Probleme in Guyana

Amnesty International kritisierte bereits mehrmals die Menschenrechte des Landes, da Guyana als einziges Land des südamerikanischen Kontinents noch die Todesstrafe ausübt und Homosexualität gesetzlich verbietet.

Guyana besitzt nur wenig lukrative Anbauflächen für wichtige Exportgüter wie Reis, Zucker und exotische Früchte. Zusätzlich ist die Infrastruktur des Landes nicht ausreichend entwickelt, was den Handel und die allgemeine Fortbewegung im Land extrem einschränkt. Folglich ist die Bevölkerung des Landes nicht ausreichend versorgt und kann sich nicht fortschrittlich entwickeln. Die Bildung kommt viel zu kurz und ist ebenfalls auf Grund der schlechten Verkehrsmöglichkeiten für viele Kinder und auch Erwachsene nicht erreichbar. Es mangelt an ausgebildetem Lehrpersonal und dem entsprechend nötigen Fachwissen. Durch politische und ethnische Ur-Konflikte entstand eine riesige Kluft zwischen Arm und Reich. Es folgen Probleme wie Hunger, Krankheiten durch mangelnde Hygiene und Gewalt (überwiegend Raubüberfälle).

Meeresspiegel und Waldrodung

Nicht nur die Menschen, sondern auch ihr Umfeld ist seit langem bedroht. Der Anstieg des Meeresspiegels ist eine Bedrohung und würde im Falle eines Anstieges um nur einen Meter, die Wohnfläche von 70% der Bevölkerung und ebenso einen Großteil der Landwirtschaft zerstören. Den Regenwald betrifft dieses Problem zwar nicht, aber auch dieser ist durch massive Abholzung bedroht. Mit der Aufforstung kommen die Guyaner bei Weitem nicht hinterher und der Bedarf an tropischen Hölzern steigt zunehmend. Die wenigen Erträge aus der Landwirtschaft drohen außerdem dafür zu sorgen, dass in Guyana der Bergbau weiter ausgebaut werden muss, was wiederum Tiere und Wald gefährdet. Da die Bewohner die Wirtschaft des Landes jedoch ansonsten nicht aufrecht erhalten können sehen sie diese Maßnahmen als einzige Chance, um noch am internationalen Handel teilnehmen zu können.

Regenwald und tierische Bewohner in Gefahr

Die Tiere in Guyanas Regenwäldern leiden ebenfalls unter der Abholzung. Sie verlieren ihren gewohnten Lebensraum und finden immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten. Der zunehmende Bergbau, der Ausbau von Wohngebieten und wilde Jäger sorgen dafür, dass jährlich neue Tiere auf der roten Liste stehen. Auch an der Küste Guyanas leben bedrohte Schildkröten-Arten, die dringend Hilfe brauchen. Einen ersten Schritt hat die guyanische Regierung aber zumindest in dieser Hinsicht schon getan und einen großen Küstenabschnitt zum Schutzgebiet erklärt.

Lebensmut trotz kritischer Lage

Trotz all dieser Probleme sind die Guyaner sehr freundliche, offene und hilfsbereite Menschen, die für ihren Mut und Wunsch zum kulturellen Austausch bekannt sind. Das Land ist auf internationale Hilfe angewiesen und deshalb kooperieren viele Projekte vor Ort seit Jahren mit freiwilligen Helfern aus der ganzen Welt. Das Land hat genug „Baustellen“ wo du mit anpacken kannst, um das Leben vor Ort für die Guyaner erträglicher zu machen. Wenn du als Volunteer nach Guyana gehen möchtest, wirst du mit Sicherheit warmherzig aufgenommen und kannst dich in der neuen Umgebung einleben.

Welche genauen Projekte, Tätigkeitsbereiche und Aufgaben in Guyana momentan zur Verfügung stehen findest du im weiteren Verlauf dieser Seite.

Freiwilligenarbeit in Guyana: Was erwartet mich?

Wenn dich die Einzigartigkeit dieses kleinen und völlig unberührten Staates beeindruckt und du Land und Leute gerne vor Ort entdecken und kennenlernen möchtest, dann solltest du dich früh genug auf deine Freiwilligenarbeit vorbereiten. Dadurch, dass Guyana so klein und fern ab vom Touristenrummel liegt, sind die Guyaner es nicht gewohnt, besonders oft Besuch zu bekommen. Es empfiehlt sich, dass du dich bereits vor deiner Ankunft mit den wichtigsten Bräuchen und Sitten des Landes vertraut machst und dir zum Beispiel ein paar wichtige Hindi-Vokabeln wie „Hallo“ oder „Danke“ angewöhnst. Das macht immer einen guten Eindruck und hilft dir vielleicht das Eis zu brechen. Mit deinem Schulenglisch kannst du dich ansonsten gut verständigen und wirst deine Sprachkenntnisse durch viel Sprachpraxis deutlich verbessern können. Deine Hilfe wird in Guyana sehr geschätzt und es gibt jede Menge Möglichkeiten an den verschiedensten Projekten in unterschiedlichen Vteilzunehmen, etwa in den Bereichen Kinderbetreuung, Unterrichten, Umwelt- oder Naturschutz.

Die Freiwilligenarbeit in einem solchen Projekt wird deine Selbsständigkeit stärken und dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter bringen. Nutze die Chance jetzt um ein passendes Projekt zu finden.

Freiwilligenarbeit-Projekte in Guyana und Südamerika

Tätigkeitsbereiche in Guyana-Projekten

Da sich in Guyana überwiegend soziale und umweltspezifische Probleme erkennen lassen, bewegen sich auch die meisten Projekte vorrangig im sozialen und in Natur-und Umweltschutz Bereichen. Für dich als Volunteer gibt es die Möglichkeit, Kinder zu unterrichten und zu betreuen, in Projekten aus dem Bereich Bildung und Unterricht mitzuarbeiten oder dich im Natur- und Umweltschutz stark zu machen und die Situation vor Ort zu verbessern. Viele Natur- und Umweltprojekte sind gleichzeitig auch mit Tier- und Wildlife-Projekten kombinierbar.

Typische Aufgaben bei der Freiwilligenarbeit:

Soziale Projekte in Guyana

In sozialen Projekten kümmerst du dich häufig um missachtete Kinder, spielst mit ihnen und kannst beim unterrichten helfen. Manche Projekte bieten auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendliche oder Erwachsene an, mit denen du Freizeitaktivitäten, Sportfeste oder Computerkurse organisierst. Je nach deinen Vorkenntnissen kannst du in den jeweiligen Einrichtungen und Schulen eingesetzt werden und zum Teil nach einer kurzen Einarbeitung selbständig unterrichten. Da die indigene Bevölkerung in Guyana noch einen großen Anteil der Bevölkerung einnimmt, besteht in besonderen Projekten zum Teil die Möglichkeit, an speziellen Indianerprojekten teilzunehmen. Dort kannst du die spannende Kultur der Ureinwohner Guyanas kennelernen und auf Augenhöhe von ihnen lernen.

Natur- und Tierschutzprojekte

In den Natur- und Tierschutzprojekten kümmerst du dich nicht nur um die Aufklärung zum Thema Umwelt- und Artenschutz sondern auch um die Pflege und Versorgung von verletzen oder verwaisten Tieren. Oft kannst du auch bei der medizinischen Versorgung einem Tierarzt assistieren. In der freien Natur werden immer wieder Wege gepflegt, neue Bäume gepflanzt oder seltene Tiere beobachtet und erforscht. Je nach Projekt stehen dir also die unterschiedlichsten Einsatzbereiche und teilweise auch Kombinationsmöglichkeiten von mehreren Projekten zur Verfügung.

Eben weil Guyana so ein naturgetreues Land ist, soll von vorneherein darauf geachtet werden, dass der Tourismus keine Überhand gewinnt. Frühzeitig wird deshalb in Projekten in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, teilweise auch auf der Straße, über mögliche Folgen aufgeklärt. Genauso finden gewisse Aufklärungsarbeiten in den Natur-und Tierschutz-Projekten statt, eben damit Guyana seine Schönheit nicht als Folge des Kapitalismus verlieren muss.

Good-to-know: Tipps für Freiwilligenarbeit in Guyana

  • Bargeld wechselst du am besten vor Ort, da die Währung außerhalb des Landes unbrauchbar ist. Auch solltest du einen Bargeldvorrat bei dir haben, da nicht in jedem Ort ein Bankautomat zur Verfügung steht und viele Leistung (z.B. Arztbesuche) im Voraus bezahlt werden müssen.
  • Vor deiner Reise solltest du dich gegen typische Krankheiten impfen lassen (Gelbfieber, Tetanus, Hepatitis A+B, Tollwut). Sicherlich hat auch dein Arzt noch ein paar weitere Gesundheitstipps für dich und kann dir die besten Medikamente für eine kleine Reiseapotheke empfehlen.
  • Schließe eine gute Auslandskrankenversicherung (inklusive Rücktransport nach Deutschland) ab, da der Rücktransport im Fall der Fälle sonst unbezahlbar werden kann. Normalerweise bietet deine Krankenkasse eine solche Auslandsversicherung an und der Abschluss ist monateweise buchbar. Krankenwagen gibt es in Guyana nicht, im Notfall muss ein Taxi her.
  • Homosexualität ist in Guyana gesetzlich verboten und steht unter langjähriger Haftstrafe.
  • Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ist erst ab einem Aufenthalt von 90 Tagen ein Visum nötig. Ein Rückflugticket sollte aber generell nachweisbar sein.
  • Da du in Guyana zunächst fremd bist, solltest du dich immer offen und interessiert gegenüber neuen Aufgaben zeigen. Sei stets freundlich und biete immer wenn möglich deine Hilfe an und versuche Arbeit selbst zu erkennen bevor dich jemand darauf hinweist.
  • Nightlife: Bars und Restaurants sind asiatisch geprägt und schließen dann wenn der Inhaber es für richtig hält. Bargeld sollte man nur in kleinen Mengen bei sich haben und Wertgegenstände im Hotel/der Unterkunft lassen.
  • Nur gut gewaschene Lebensmittel und Wasser aus geschlossenen Behältern verringern ein Infektionsrisiko. Fisch und Fleisch solltest du nur im gekochten Zustand zu dir nehmen.

Tätigkeitsbereiche in Guyana

Hier findest du alle Guyana-Projekte im Überblick:

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