Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)


Darum geht es beim IJFD

Der Schwerpunkt liegt auf dem interkulturellen Austausch und dem Erwerb ebensolcher Kompetenzen. Freiwillige verrichten einen dem Gemeinwohl zugute kommenden Dienst und sammeln gleichzeitig vielschichtige Erfahrungen persönlicher, sozialer und gesellschaftspolitischer Art.

Tätigkeitsbereiche

Beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst stehen Teilnehmern verschiedene Einsatzbereiche offen. Viele Projekte sind im sozialen Bereich angesiedelt, also in der  Arbeit mit Menschen, die in irgendeiner Form Betreuung, Hilfe oder Unterstützung brauchen. Das können Kinder oder Jugendliche sein, arme, kranke oder alte Menschen sowie Menschen mit Behinderung. Auch im Bildungswesen kannst du als Freiwillige(r) einen Beitrag leisten. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist der ökologische, der sich dem Umwelt- und Naturschutz sowie der Nachhaltigkeit widmet. In Ländern mit entsprechendem Hintergrund finden zudem Projekte statt, bei denen die Förderung von Frieden, Versöhnung und Demokratie im Mittelpunkt stehen.

Länder

Der IJFD kann in jedem Land weltweit stattfinden, sofern zum jeweiligen Zeitpunkt keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts vorliegt. 

Dauer

Die Dauer beträgt mindestens 6 und maximal 18 Monate, wobei 12 Monate die Regel sind. 

Voraussetzungen

Im Hinblick auf das Alter gelten folgende Regelungen: Freiwillige müssen ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Somit ist die Teilnahme grundsätzlich auch für unter 18-Jährige erlaubt, allerdings ist es von den Bestimmungen der einzelnen Träger abhängig, ob dies tatsächlich möglich ist. Zudem musst du deinen Dienst spätestens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres abschließen. Ausländer/innen steht der IJFD offen, wenn sie sich bereits seit drei Jahren oder länger in Deutschland aufhalten und über eine gültige Aufenthaltsberechtigung verfügen. Der Freiwilligendienst darf nicht in ihrem Heimatland stattfinden.

Träger und Partnerorganisationen

Wie eingangs erwähnt, wurde der Internationale Jugendfreiwilligendienst 2011 vom Bundesfamilienministerium ins Lebens gerufen, das mit vollem Titel „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend” (BMFSFJ) heißt. 

Ins Ausland entsendet werden Jugendliche aber nicht vom BMFSFJ, sondern von einem der rund 130 Träger. Darunter finden sich kirchliche ebenso wie ungebundene Organisationen. Alle Träger des IJFD sind offiziell anerkannt und erfüllen bestimmte Kriterien. So müssen sie etwa gemeinnützig sein und Erfahrung in Auslandsdiensten sowie ein pädagogisches Konzept vorweisen können. Einen Link zur Liste aller anerkannten Träger findest du ganz unten unter dem Punkt „Weitere Infos”. 

Kosten/Finanzierung

Für Freiwillige ist die Teilnahme am IJFD mit Kosten verbunden, deren Höhe je nach Einsatzplatz und Träger variieren. Die Träger erhalten vom BMFSFJ eine finanziellen Zuschuss in Höhe von bis zu 350 Euro pro Monat. Dieses Geld investieren sie ausschließlich in Ausgaben für den Freiwilligendienst wie beispielsweise Unterkunft und Verpflegung, Taschengeld oder Betreuung. Für den notwendigen Versicherungsschutz kommt der Träger immer auf; ebenso für die Seminarkosten.

Da die Kosten das Budget von monatlich 350 Euro zumeist übersteigen, ist es notwendig, dass du dich als Freiwillige(r) finanziell beteiligst. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, einen sogenannten Förderkreis aufzubauen: Du suchst Unterstützer (Freunde, Verwandte Bekannte), die dich finanziell fördern. Gelingt dir dies nicht, muss du den zu zahlenden Beitrag durch Erspartes abdecken. Mit etwas Glück stellt der Träger in dem Fall die fehlenden Beträge bereit.

Die Zahlung des Kindergeldes an deine Eltern wird von der Teilnahme am EFD nicht beeinträchtigt. Auch ein Anspruch auf Halbwaisen- oder Waisenrente bleibt während des Auslandsaufenthaltes bestehen.

Ablauf des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes 

Am besten überlegst du dir zu Beginn deiner Planung, welche Tätigkeiten und Länder für dich interessant sind. Anschließend begibst du dich auf die Suche nach einem passenden Träger. Auf der Info-Webseite des IJFD http://www.ijfd-info.de/freiwillige.html findest du im Absatz „Wie finde ich einen Einsatzplatz?” einen Link zu einer praktischen Übersicht, die zeigt, welcher Träger in welchem Land Einsatzstellen zu vergeben hat. Auf den Internetseiten der einzelnen Träger finden sich normalerweise weitere relevante Informationen.

Bewerbung

Hast du einen oder mehrere infrage kommende Träger gefunden, bewirbst du dich dort. Der Bewerbungsprozess und die Entsendung erfolgen also immer direkt über einen Träger. Etwa ein Dreivierteljahr bis ein Jahr vor deinem gewünschten Starttermin solltest du dich bewerben. Beachte hierbei unbedingt die Fristen und Termine des jeweiligen Trägers.

Seminare

Die Teilnahme an Seminaren im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienst ist verpflichtend. Hierzu gehören Seminare zur Vor- und Nachbereitung sowie begleitende Seminartage während des Freiwilligendienstes. Bei einer Einsatzdauer von einem Jahr sind 25 Seminartage vorgesehen. Bei kürzeren oder längeren Einsätzen sind es entsprechend weniger beziehungsweise mehr Tage.

Weiteres Wissenswertes

Als Freiwillige(r) hast du Anspruch auf Urlaub, und zwar auf mindestens 20 Tage bei einer Einsatzdauer von 12 Monaten. 

Am Ende deines Dienstes erhältst du eine Teilnahmebescheinigung oder auf Wunsch ein Zeugnis.

Beispiele

Linus kümmerte sich in Osaka, Japan um körperlich eingeschränkte Senioren.

Jill war in einer Kindertagesstätte in Israel tätig.

Jan engagierte sich in einem sozialen Zirkusprojekt in St. Louis, USA.

Weitere Infos

Auf folgenden Websites kannst du dich weitergehend informieren:

http://www.ijfd-info.de/startseite.html

http://www.internationaler-jugend-freiwilligendienst.de/ijfd/

Hier findest du die Liste anerkannter Träger/Anlaufstellen:

https://www.bmfsfj.de/blob/96664/33352b1a5bff8fd3009360754b868fcc/anlaufstellen-internationalejugendfreiwilligendienste-stand110225-data.pdf