In Workcamps (WoCa) kommen junge Menschen aus verschiedenen Nationen zur freiwilligen und gemeinsamen Arbeit an gemeinnützigen Projekten verschiedenster Art sowie zum gemeinsamen Leben im Camp zusammen. Ziel ist die Förderung der Völkerverständigung sowie des interkulturellen Austausches durch gemeinschaftliche Arbeit in international zusammengesetzten Gruppen.
Workcamps sind Internationale Freiwilligendienste
Grundsätzlich sind die Workcamps im Bereich der Internationalen Freiwilligendienste (IFD) anzusiedeln. Sie unterscheiden sich von den IFDs lediglich durch die kürzere Dauer, eine weitaus größere Bandbreite hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten sowie geringere Anforderungen bei den Teilnahmebedingungen. In diesem Sinne kann man im Kontext der Workcamps von einem "kleinen Bruder" der Internationalen Freiwilligendienste bzw. von kurzfristigen Internationalen Freiwilligendiensten sprechen. An einem Workcamp nehmen in der Regel zwischen 10 und 20 Personen teil, die Zahlen variieren von Projekt zu Projekt.
Altersgrenzen
Die Altersgrenze bewegt sich bei den meisten Projekten zwischen 18 und 28 Jahren, dies ist vom jeweiligen Anbieter/Organisator abhängig. In einigen wenigen Camps reicht die Altersobergrenze bis zu 35 Jahren, in speziell eingerichteten Jugendcamps ist eine Teilnahme bereits ab 16, in Einzelfällen auch schon ab 14 Jahren möglich.
Dauer
Bezüglich der Dauer kannst du von einem Zeitraum zwischen 2 und 6 Wochen ausgehen. Ein Großteil der Camps findet in den Sommermonaten zwischen Mai und September statt, Angebote gibt es aber für das ganze Jahr.
Aufgaben-/Tätigkeitsbereiche
Die Workcamps bieten eine Vielzahl an Projekten mit Themen aus den unterschiedlichsten Bereichen:
- Pädagogik / Soziales / Gesundheit (Sprachen unterrichten, Arbeit in Bildungs- und Begegnungszentren, Arbeit in Familienheimen, Betreuung von Waisenkindern (Kinderdörfer), Jugendarbeit, Unterstützung armer und obdachloser Menschen, Arbeit in der Behindertenbetreuung, AIDS-Hilfe, Arbeit in Krankenhäusern und Altenheimen, Medizinische Betreuungen verschiedenster Art)
- Kultur / Bau und Wiederaufbau / Renovierung (Bau, Erhaltung und Renovierung sozialer Einrichtungen, Erhaltung von Friedhöfen und Gedenkstätten, Denkmalpflege, Kunsthandwerk, Wiederaufbau in ehemaligen Krisengebieten, Arbeit an Ausgrabungsstätten, Dorfentwicklung, Häuserbau, Bau von Spielplätzen)
- Umwelt- und Naturschutz / Ökologie / Landwirtschaft (Umweltschutzprojekte verschiedenster Art, Tierschutz- und Wildlife - Projekte, Landwirtschaftsentwicklung, ökologische Landwirtschaft)
- Politik / Religion (Friedensdienst, Menschenrechte, Gesundheitspolitik, Dritte Welt – Gruppen, Missionarseinsätze)
Länder
Workcamps gibt es prinzipiell auf der ganzen Welt. Einige Anbieter haben sich auf bestimmte Länder bzw. Kontinente spezialisiert, doch gibt es keine Länder, die man bezüglich der Workcamps als "besonders beliebt" herausstellen könnte. Oftmals fällt die Wahl auch eher nach dem Projekt als nach dem Zielland. Somit ist es sinnvoll, wenn du das jeweilige Angebot der renommierten Veranstalter sichtest und dich dann für ein Projekt oder ein Land entscheidest.
Kosten | Finanzierung | Soziale Absicherung
In der Regel werden die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Versicherung als Gegenleistung für die Mitarbeit am Projekt übernommen. Als Teilnehmer musst du also in den meisten Fällen nur An- und Abreise finanzieren sowie eine Anmelde- und Vermittlungsgebühr an die nationale Organisation zahlen.
Workcamps in Deutschland
Selbstverständlich gibt es auch in Deutschland Workcamps, an denen junge Menschen aus verschiedensten Nationen teilnehmen. Deutsche Teilnehmer haben die Möglichkeit, an diesen Projekten mitzuarbeiten. Zwar ist die Erfahrung, im Ausland zu arbeiten, in diesem Fall nicht Bestandteil des Workcamp-Aufenthalts, trotzdem lebst du in einer international zusammengesetzten Gruppe und arbeitest an einem gemeinnützigen Projekt.
Vorteile / Ziele
- Sprache und Kultur des Gastgeberlandes kennenlernen
- Entwicklung der Persönlichkeit
- Qualifikation für den Arbeitsmarkt
- Idealer „Testlauf" für einen längerfristigen IFD
Anbieter / Träger
Die Anbieter bzw. Veranstalter (oder auch "Träger") von Workcamps sind diverse Vereine, Initiativen und ähnliche eingetragene Organisationen. Da die Workcamps zu den kurzfristigen Internationale Freiwilligendiensten zählen, sind die IFD-Anbieter in vielen Fällen gleichzeitig auch Anbieter von Workcamps. Die in Deutschland ansässigen Veranstalter unterhalten zumeist Partnerschaften mit Organisationen im Ausland. Auf dieser Basis können Workcamps im In- und Ausland vermittelt werden.





