World Unite!

World Unite!

World Unite! organisiert seit 2005 Praktika, Freiwilligeneinsätze und interkulturelle Lernmöglichkeiten in verschiedenen Ländern. Was World Unite! von anderen Organisationen unterscheidet ist, dass sie an den meisten Einsatzorten ihre eigenen Mitarbeiter vor Ort haben und sich inhaltlich in die Projektarbeit einbringen. World Unite! ist direkt in Sansibar vor Ort an der Projektarbeit mit Freiwilligen involviert mit einem Team eigener Mitarbeiter, zu denen Fachkräfte aus den Bereichen Biologie, Tourismus und soziale Arbeit zählen.

Problembeschreibung

Tourismus ist in Sansibar ein treibender Entwicklungsmotor. Während die Dörfer entlang der Touristenstrände Anschluss an Infrastruktur wie Straßen, Wasserversorgung und Elektrizität erhielten sowie durch die größere Bevölkerungszahl inzwischen über bessere medizinische und schulische Einrichtungen verfügen und viele Menschen durch Jobs im Tourismusbereich ihr Haushaltseinkommen und dadurch ihren Lebensstandard in den letzten Jahren deutlich steigern konnten, blieb den Dörfern im Inselinneren diese Entwicklung bisher größtenteils verwehrt. Finanzielle Schwierigkeiten und fehlender Zugang zu Bildung treibt dort viele Menschen dazu, ihren Lebensraum zu zerstören. Dazu gehört etwa die Abholzung der Mangroven zur Brennholzgewinnung, das Töten geschützter Tierarten, etwa durch den Verzehr von Meeresschildkrötenfleisch oder um zu vermeiden, dass Affen Früchte von Farmen nehmen, oder die Anwendung von nicht nachhaltigen Praktiken in der Landwirtschaft.


Vision/Ziele

Ziel des Projekts ist es, auf sozial- und umweltverträgliche Weise, Ökotourismusangebote in der ländlichen Jozani-Forest Region im südlichen Sansibar zu betreiben, durch die sowohl Einkommen für Farmer- und Fischerfamilien erzielt werden soll, die bisher kaum vom Tourismus in Sansibar profitierten. Außerdem soll die Infrastruktur der Region verbessert und aktiv zum Erhalt der Natur der Gegend beigetragen werden. In der Region gibt es die größte zusammenhängende Mangrovenzone Sansibars und den größten verbliebenen intakten Regenwald der Insel, die Lebensraum für kritisch vom Aussterben bedrohte Tierarten bieten. Angestrebt wird, das Bewusstsein der Bevölkerung über den Wert und die Einzigartigkeit ihres Naturraums zu schärfen. Anstatt die natürliche Umgebung auszubeuten, sollen durch Ökotourimusangebote nachhaltige und langfristige Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden und die Bevölkerung damit zum Schutz der Umwelt motiviert werden. Dabei soll der Tourismus auf eine Weise erfolgen, die die Fehler vermeidet, die an anderen Standorten Sansibars begangen wurden, etwa bezüglich und fehlender kultureller Sensitivität oder Müllproblematik.


Bisherige Erfolge

Durch das Engagement von World Unite! mit internationalen Freiwilligen entwickelte sich in der Region über die Jahre eine Eigendynamik, bei der nicht nur direkt über die von World Unite! betreuten Freiwilligeneinsätze Erfolge erzielt wurden, sondern auch viel lokale Initiative stimuliert wurde. Vom Zuspruch motiviert, sind inzwischen mehrere lokale Tourismusinitiativen in der Region aktiv und entwickeln und betreiben eigenständig und mit World Unite! Touren und touristische Unterkünfte. Die gesamten Tourismusaktivitäten ermöglichen inzwischen ein regelmäßiges Einkommen für etwa 20 Personen sowie finanzielle Beteiligung für viele Familien, die einbezogen werden, indem sie etwa traditionelle Kenntnisse und Fähigkeiten vorführen oder Zulieferer von Lebensmitteln sind.

Darüber hinaus haben mehrere ehemalige Freiwillige, Ökotouristen und sonstige Besucher eigene Vorhaben und Projekte in der Region umgesetzt, für die World Unite! immer als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung steht.

50% der Gewinne des Ökotourismus werden direkt für Infrastrukturentwicklung in Muungoni und Kitogani eingesetzt. Durch diese Erträge sowie Spendengelder ehemaliger Freiwilliger, Ökotouristen und sonstiger durch World Unite! vermittelter Kontakte konnte unter anderem ein neuen Schulgebäudes für 30 Kinder errichtet, der Bau von zwei Brunnen mit Wasserpumpe und Tank realisiert, die Frischwasserversorgung, Teilrenovierung sowie Verbesserungen der Ausstattung des Krankenhauses von Charawe umgesetzt sowie öffentliche Mülleimer, Mülltrennung und Recycling/Upcycling-Aktivitäten in den Dörfern implementiert werden. Außerdem wird das Gehalt von drei Lehrern finanziert.

Das „Zanzibar Turtle and Tortoise Land“, das über Tourismuserträge finanziert wird, setzt sich für den Schutz der Echten Karettschildkröten und der Roten Sansibar-Stummelaffen ein.


Herausforderungen

Selbstverständlich gibt es permanent anstehende Aufgaben und Verbesserungsmöglichkeiten, die World Unite! auf Augenhöhe und unter gleichberechtigter Einbeziehung der Interessen und Vorgehensweisen der lokalen Partnern angeht. Beispielsweise arbeitet World Unite! mit drei zoologischen Einrichtungen an den Haltungsbedingungen für Reptilien. Die Biologin von World Unite! versucht dabei schrittweise ein Bewusstsein für Tierrechte und adäquate Tierhaltung, den Richtlinien der ABTA (Association of British Travel Agents) folgend, zu verankern.

Eine Herausforderung ist es, möglichst viele Personen in den Dörfern auf gleiche Weise an den Erträgen des Projekts teilhaben zu lassen, statt nur eine gewisse Gruppe. World Unite! versucht dabei, die unterschiedlichen Interessen der dörflichen Communities mit einzubeziehen. Dies ist nicht immer einfach und bedarf Zeit und kultureller Sensibilität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa 1.4 Tonnen Spendenmaterial für Ausstattung wurde innerhalb von 5 Jahren für die 4 Kindergärten und Schulen der umliegenden Dörfer unter anderem via „Pack for a Purpose“ geliefert
  • Das Gehalt von 3 Lehrern wird bezahlt
  • Durch neue Schulgebäude müssen 23 Grundschulkinder nicht mehr 5 km auf einer dicht befahrenen Straße täglich zur Schule laufen, sondern können direkt im Dorf Muungoni zur Schule
  • 5 touristische Unterbringungen mit einer Gesamtkapazität von 40 Betten werden von lokalen Tourismusinitativen betrieben
  • 2 Brunnen mit Pumpe und Wassertank wurden errichtet

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Erfahrungsberichte

Marielle, 19 Jahre, und Patricia, 21 Jahre, Dormagen
Bevor wir nach Sansibar geflogen sind hatten wir überhaupt nicht damit gerechnet, einmal selbst ein großes Projekt zu starten. Nach einer Woche in ...
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Jördis, 31 Jahre, Kloster Lehnin
Voller Erwartungen und Neugier brach ich am 5. September auf in eine mir bis dahin völlig unbekannte Welt, auch wenn ich mich durch die Lektüre der ...
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