Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe geben sich Nachbarn gegenseitige Hilfe und Unterstützung und verlangen dafür in der Regel kein Geld, frei nach dem Motto: „Eine Hand wäscht die andere". Nachbarschaftshilfe ist wenig formalisiert und dient der Erfüllung von individuellen oder gemeinschaftlichen Bedürfnissen sowie der Bewältigung von Alltagsproblemen, Notlagen oder Krisen.
Nachbarschaftshilfe kann sein, wenn der Musikstudent für seine ältere Nachbarin Einkäufe erledigt und diese ihm dafür zu Übungszwecken ihr altes Klavier zur Verfügung stellt. Ein weiteres Beispiel: Frau W. ist plötzlich erkrankt und für einige Zeit bettlägerig. Ihr Nachbar, Rentner Herr Z. übernimmt für diese Zeit die Betreuung ihrer beiden Kinder. Im Gegenzug bietet Frau W. Herrn Z. unkomplizierte Unterstützung an, für den Fall, dass er krank wird und Hilfe benötigt.
Nachbarschaftshilfe in der Stadt und auf dem Land
Häufig ist es so, dass Nachbarschaftshilfe „auf dem Dorf" besser beziehungsweise flächendeckender funktioniert als in der Stadt. Gründe dafür sind oft, dass in der Stadt eine höhere Anonymität herrscht als auf dem Land. Nachbarn kennen sich oft kaum oder gar nicht, die Nachbarschaften sind aufgrund von Zuzug und Wegzug weniger konstant. Ein weiterer Grund ist, dass es in der Stadt oft mehr „professionelle", öffentliche Hilfe gibt, wie zum Beispiel ausreichend Altersheime, Lebensmitteltafeln oder Sozialstationen. Auf dem Lande sind die Menschen manchmal mehr darauf angewiesen, sich untereinander zu helfen und im Alltag zu unterstützen.
„Falsche" Nachbarschaftshilfe
Parallel zur „echten" Nachbarschaftshilfe gibt es auch „falsche", vorgebliche Formen. Mit diesen soll so genannte „Schwarzarbeit" verdeckt werden. In solchen Fällen hilft ein Nachbar zwar dem anderen, aber die Gegenleistung erfolgt in Geld, das dem Finanzamt nicht gemeldet wird. In der Regel kann man sagen: Je mehr die Bürger durch Steuern und Abgaben belastet werden, desto mehr nimmt auch die Tendenz zur Schwarzarbeit zu.





