Rückkehr vom Freiwilligendienst Freiwilliges Engagement nach deinem Projekteinsatz

| 8. Juni 2016 | 1 Kommentar

Dein Freiwilligendienst war viel zu schnell zu Ende? Du möchtest auch nach deiner Rückkehr etwas Gemeinnütziges tun? Dann findest du hier verschiedenste Vorschläge für ein freiwilliges Engagement!

Freiwilliges Engagement nach deinem Projekteinsatz

Online-Volunteering

Das Online-Volunteering kann auch als digitale Freiwilligenarbeit bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um freiwilliges und soziales Engagement zum Wohle der Gemeinschaft, welches entweder teilweise oder komplett über das Internet geleistet wird. Wenn du dich nach deiner Rückkehr von deinem Freiwilligenprojekt weiterhin unentgeltlich für gemeinnützige Zwecke einsetzen möchtest, dann kannst du das als Online-Volunteer tun.

Vorteile der digitalen Freiwilligenarbeit

Ein großer Vorteil von digitaler Freiwilligenarbeit ist, dass du orts- und gegebenenfalls auch zeitunabhängig arbeiten kannst. Da deine Freiwilligenarbeit online abgewickelt wird, kannst du selbst entscheiden, welchen Ort du zu deinem Arbeitsplatz machst. Du kannst von zu Hause aus recherchieren, in einem Café produktiv werden oder unterwegs deine Aufgaben erfüllen.

Engagiere dich z.B. in folgenden Bereichen:

Marketing

Nach Projektende wirst du nicht nur einen großen Erfahrungsschatz mitbringen, sondern auch einiges an Bild- und/ oder Videomaterial besitzen. Teile deine Ressourcen mit anderen. Du kannst über einen eigenen Blog, deine Facebook Seite oder andere Soziale Medien auf dein Projekt aufmerksam machen. Nutze deine Erfahrungen, um andere von Freiwilligenarbeit zu überzeugen und werbe sie an. Du kannst Texte verfassen und übersetzten, auf Berichte von anderen Freiwilligen verweisen, oder wichtige Informationen andere Webseiten nochmal zusammenfassen. Du hast auch die Möglichkeit nützliche Grafiken zu erstellen und Videos zusammenzuschneiden. Sei kreativ und zeige wie vielseitig und wichtig die Arbeit als Volunteer ist. Achte darauf, dass du  bei all deinen Veröffentlichungen im Netz, die Urheberrechtsbestimmungen beachtest. Kennzeichne wenn du Fremdmaterial für deine Arbeit benutzt und schließe dadurch Missverständnisse aus.

Webinare & E-Mentoring

Als digitaler Freiwilliger hast du auch die Möglichkeit dein Wissen in sogenannten „Webinaren“ zu teilen. In diesen Web-Konferenzen kannst du auf Fragen zu deinem individuellen Volunteer- Fachgebiet eingehen und von deinen persönlichen Erfahrungen berichten. Werde E-Mentor und unterstütze unerfahrene Volunteer-Beginner bei ihren Vorbereitungen. Sei Ansprechpartner und stehe ihnen virtuell zur Seite, wenn sie in ihr Projekt starten. Du kannst sie auf ihrem Weg bis ins Ausland begleiten und mit nützlichen Tipps versorgen.

Planung & Organisation von Veranstaltungen

Hättest du dir von deinem Projektantritt eine umfangreiche Informationsveranstaltung gewünscht, wo es die Möglichkeit für eine erste Kontaktaufnahme mit ehemaligen und zukünftigen Freiwilligen gegeben hätte? Dann plane eine solche doch einfach selbst. Nimm dir dein Online-Netzwerk und deine Entsendeorganisation zu Hilfe und werde an deinem Schreibtisch kreativ. Mache dir einen genauen Plan für den Rahmen, die Programmgestaltung und den Umfang für deine Veranstaltung und fange an Einladungen via E-Mail zu verschicken. Zukünftige Volunteers, deren Eltern und Freunde werden sich über dein Engagement freuen.

Sammelaktion

Es gibt zahlreiche Projekte, die sich über eine finanzielle Spende freuen und noch mehr gute Zwecke, die es verdienen unterstützt zu werden. Starte eine Sammelaktion für Projekte die dir besonders am Herzen liegen. Bevor du dich jedoch an den „Sammelstart“ begibst, solltest du ein paar wichtige Vorbereitungen treffen und dir einen genauen Plan zurechtlegen.

Wen oder was möchtest du durch deine Aktion unterstützen?
Entscheide dich wo dein Geld hinfließen soll und sammle nur für einen Zweck. Dich auf mehrere Projekte gleichzeitig zu konzentrieren ist schwierig und könnte deine Spendengeber verunsichern.

Setzte dir eine Frist.
Durch eine realistische Deadline setzt du dich selbst und deine Spender etwas unter Druck und motivierst zu einer schnellen Entscheidung.

Finde Unterstützer.
Ein solches Projekt alleine auf die Beine zu stellen, ist aufwändig und zeitraubend. Suche dir ein paar Freunde, Verwandte und Bekannte die Lust haben dich zu unterstützen. So macht die Arbeit mehr Spaß, man kommt schneller an sein gesetztes Ziel und kann sich gegenseitig motivieren.

Auf welchem Weg möchtest du Geld sammeln?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Geld zu sammeln. Überlege dir, auf welchem Weg dein Vorhaben am besten zu realisieren ist. Du kannst einen Spendenlauf (über die Schule, Uni, Arbeit) organisieren, kannst dich mit einem Kuchen-Stand vor einen Supermarkt platzieren und die Kunden zur freien Spende bitten, oder ein Wohnzimmerkonzert organisieren und den Erlös spenden.

Erstelle Werbematerialien
Durch eine eigenen Webseite oder einen Blog kannst du dir viel Zeit sparen und all die wichtigen Informationen kreativ transportieren. Bestücke deinen Onlineauftritt mit Bildern, Geschichten, Zahlungsmöglichkeiten und deiner Idee. Beschreibe den Spendenzweck und für wen das Geld gedacht ist. Wenn die Spendengelder an eine offizielle Organisation geschickt werden sollen, dann bietet es sich an die Webseite dieser zu nennen. Schicke den Link deines Onlineauftritts an alle Menschen die dir einfallen und bitte sie, diesen ebenfalls weiterzuleiten. Auf diesem Weg erreichst du noch mehr finanzielle Unterstützer.
Du kannst aber auch auf Flyern oder Postern beschreiben was du vorhast. Fertige diese per Hand an oder mit Hilfe eines Computer-Programms. Verteile deine Poster und Flyer in deiner Stadt und/ oder werfe deine Flyer in Briefkästen. Achte darauf, dass du hier ebenfalls genaue Kontaktdaten festhältst.

Weitere Tipps

  • Sei erreichbar. Wenn du Kontaktdaten verteilst oder auf deiner Webseite darauf aufmerksam machst, wie man dich kontaktieren kann, dann solltest du auch dazu bereit sein, diese Anforderung zu erfüllen. Versuche via E-Mail Fragen zu beantworten und auf verpasste Anrufe zurückzurufen.
  • Teile deinen Unterstützern mit, wie sich der Spendenverlauf gestaltet. Wenn deine Spender sich als Teil deines Vorhabens fühlen, dann werden sie positiv davon berichten und du wirst noch mehr Unterstützung erhalten.
  • Bedanke dich bei deinen Spendern. Dazu kannst du dir die (E-Mail-) Adressen aufschreiben und ihnen nach Abschluss der Spendenaktion eine Danksagung zukommen lassen. Das ist nicht nur höflich, sondern erhört die Wahrscheinlichkeit und Erfolgschancen, dass du bei der nächsten Sammelaktion, wieder Unterstützung erhältst.
  • Dränge niemanden zu einer Spenden und sei aufgeschlossen und freundlich.

Planungsphase abgeschlossen? Los geht´s!

Patenschaft

Du konntest bei deinem Volunteer-Projekt feststellen, dass du eine besondere Gabe im Umgang mit Menschen besitzt? Du hast dich in Südafrika für die Aufzucht von Tieren engagiert und möchtest dich nun weiterhin für den Tierschutz einsetzten? Wenn dem so ist, dann kann eine Patenschaft eine sinnvolle Aufgabe für dich sein. Es handelt sich dabei um die freiwillige Übernahme einer Fürsorgepflicht. Diese kann ganz unterschiedlich ausfallen. Denn es gibt Patenschaften in ganz unterschiedlichen Bereichen.

Tier & Natur-Pate

Als Tier oder Natur-Pate setzt du dich für umweltbezogene Projekte und Tierschutz ein. Deine finanzielle Spende sorgt dafür, dass bedrohte Naturräume oder Tierarten geschützt werden. Du kannst dir auch ganz bestimmte Tier oder Pflanzenarten heraussuchen und dich für ihren Schutz engagieren. Werde zum Beispiel Elefanten-, Baum-, oder Fluss-Pate. Viele Organisationen bieten dir dafür auch kleine Gegenleistungen an, wie eine Paten-Urkunde oder Einladungen zu Informations-Veranstaltungen. Wenn du schon berufstätig bist, kannst du deine Spende sogar steuerlich absetzten (durch eine Spendenbescheinigung, die beim Finanzamt einzureichen ist). Versuche dich vor der Übernahme deiner Patenschaft über die anbietende Organisation zu informieren. Finde heraus, wie sie sicherstellen wollen, dass dein Geld auch dort ankommt, wo es ankommen soll. Es gibt Zertifizierungen, die dir bei der Orientierung helfen.

Internationaler Pate

Als internationaler Pate kannst du einen Menschen, der in einer ärmeren Region der Welt lebt, finanziell unterstützen. Wenn du selbst noch kein Geld verdienst und dein Taschengeld nicht ganz so üppig ausfällt, dann tue dich doch mit deinen Freunden zusammen und übernehmt gemeinsam eine Patenschaft.
Es gibt zahlreiche Kinderhilfsorganisationen. Diese sorgen dafür, dass mit deinem Geld  Projekte finanziert werden. Diese verfolgen wiederum das Ziel, die Lebensumstände der Kinder und deren Familien dauerhaft zu verbessern.

Pate vor Ort

Wenn du Lust hast als Pate in deiner Heimat tätig zu werden, dann gibt es unterschiedliche Möglichkeiten dies zu tun. Du kannst dich als Familienpate, zur freiwilligen Unterstützung im Haushalt junger Familien, anbieten. Du kannst ein Pate für ältere Menschen werden und sie bei ihren Einkäufen unterstützen. Oder eine Lern-Patenschaft übernehmen und kostenlosen Nachhilfeunterricht geben. Wie du siehst, ist die Bandbreite recht groß und mit Sicherheit, werden dir selbst noch viele andere Möglichkeiten für eine Patenschaft vor Ort einfallen. Überlege dir, welche Art der Patenschaft passend für dich wäre. Viele Organisationen, die solche Patenschaften anbieten, können dich bei deinem Entscheidungsprozess auch unterstützen.

Lobbying & Public Affairs

Lobbying ist die englische Bezeichnung für Lobbyismus. Dabei handelt es sich um die Einflussnahmen auf politische Entscheidungen oder die öffentliche Meinung durch Vertreter von Interessenverbänden (Lobbys). Ein Lobbyist ist also jemand, der das Lobbying im Auftrag eines Dritten durchführt.

In anderen Worten: Es geht um die Interessensvermittlung zum Wohle der Allgemeinheit.

Interessenverbände können zum Beispiel sein: Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschafts- und Sozialverbände, Umweltschutzorganisationen, Arbeitnehmerverbände usw.

Da der Begriff der Lobbyarbeit immer wieder unter negativen Beschuss gerät, kannst du diese Tätigkeit auch unter den Begriffen Politikberatung (Policy Advice, kurz: PA) oder Politische Kommunikation (Political Communication) finden. Als Lobbyist oder PA-Mitarbeiter kannst du ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Wie zum Beispiel: das Sammeln von Informationen, deren Aufbereitung und anschließende Weitergabe. Du musst den Kontakt zu Parlamentariern pflegen, Presseerklärungen schreiben, bei Podiumsdiskussionen auftreten, oder ganze Kampagnen konzipieren.

Wenn du dich für die Arbeit als Lobbyist interessiert, dann gibt es auch dabei unterschiedliche Wege auf denen du dich einbringen kannst.
Du kannst dich beispielsweise als ehrenamtlicher Mitarbeiter bei einer Umwelt-NGO (Umweltlobbyismus) engagieren und dabei den Profis über die Schulter schauen. Du kannst sie bei der Bildung von Wirtschaftskooperationen unterstützen, Öffentlichkeitsarbeit leisten oder bei der Organisation von Protestaktionen helfen.

Später erneuter Projektbesuch

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Tätigkeiten, die du nach deinem Projektende übernehmen kannst. Wenn dich allerdings das Reisefieber gepackt hat und du lieber in Chile in einem Pferdetherapie-Zentrum arbeitest, als in Deutschland Bäume pflanzt, dann auf!
Packe deine sieben Sachen und mach dich wieder auf den Weg. Es gibt noch so viele Projekte die deine Unterstützung brauchen und Menschen die sich über deine Hilfe freuen.

 

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Kategorie: Allgemein, Tipps

Nadine

Über den Autor ()

Das Reisefieber hat Nadine schon viele Jahre vor Beginn ihres Studiums (B.A. Nachhaltiger Tourismus) gepackt. Als Kind noch mit der Familie unterwegs, wurde Europa für sie - als junger Erwachsener - schon bald zu klein. Ein spannendender Schüleraustausch in Japan (2007) legte den Grundstein für zahlreiche weitere Entdeckungstouren um die Welt. Mit dem Rucksack auf dem Rücken und vom Fernweh getrieben, reiste sie nach dem Abitur und via Work&Travel durch Amerika, Australien, Neuseeland, Thailand, Malaysia und Singapur. Im Jahr 2015 verlor sie dann ihr Reiseherz an Kapstadt. Sechs Monate war die „Mother City of South Africa“ ihre Wahlheimat für ein Praxissemester. Für die Freiwilligenarbeit.de (ein Projekt der INITIATIVE auslandszeit) schreibt sie bevorzugt über grüne Themen, Weltenbummler und freiwilliges Engagement. Ihre Lieblingsplätze sind: Tafelberg (Südafrika), Tongariro National Park (Neuseeland), Augustinerplatz Freiburg (Deutschland). Ihr Lieblingszitat ist: "Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf" – Oscar Wilde.

Kommentare (1)

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  1. Danke für die Tipps. Für Rückkehrer gilt manchmal: Out of sight, out of mind. Das sind aber die Ausnahmen.

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