Freiwilliges Soziales Jahr in Ghana: Kultur Pur

Die Kultur von Ghana hautnah miterleben: Freiwilliges soziales Jahr Exotische Früchte, klapprige Kleinbusse und das klassische Strategiespiel Oware, sind nur eine kleine Auswahl der vielfältigen Kultur, die dich im westafrikanischen Ghana erwartet. Neben zahlreichen, ausgefallenen Dialekten erwarten dich Straßensoccer, urige Trommelrhythmen und einer gigantische Völkervielfalt auf deiner Reise nach und durch Ghana. Leider kann die Kultur nicht ausreichend gepflegt werden, da man sich eher auf den Handel und die Weiterentwicklung des Landes konzentriert. Generell gibt der Staat nur Zuschüsse für kulturelle Programme wenn der allgemeine Tourismus davon profitiert. In deiner Freizeit und auch während der Freiwilligenarbeit wirst du viele Gelegenheit haben, in die spannenden Sitten und Gebräuche des Landes einzutauchen. Nutze dein Freiwilliges Soziales Jahr und lerne Ghana hautnah kennen.

 

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Don’t worry - Be happy!

Amtssprachen und Dialekte

Die Ghanaer gelten als eines der kontaktfreudigsten und lebensmutigsten Völker der Erde. Mehr als 65 verschiedene Dialekte sind neben der Amtssprache Englisch im Land zu finden. Der bekannteste Dialekt heißt Akan und wird von achtzig Prozent der Bevölkerung gesprochen. Fast jeder Ghanaer wächst mehrsprachig auf. Zumindest 2 Sprachen beherrscht hier jeder, der Durchschnitt liegt aber mit 4-6 Sprachen deutlich darüber. Als Volunteer sind für dich aber nur Englisch-Sprachkenntnisse wichtig, da vor den Projekten Einführungsveranstaltungen stattfinden, wo du die wichtigsten Ausdrücke im regionalen Dialekt lernst.

Religion und der Glaube an übersinnliche Kräfte

Zu den ghanaischen Religionen zählen vor allem sehr strenge christliche und islamische Gemeinschaften, die ihren Glauben sehr verehren und absolut dahinter stehen. Du solltest dieses Thema deshalb bestmöglich vermeiden, da auf Fragen zur Religion meistens anstrengende Diskussionen folgen. Der all-sonntäglich Kirchgang und tägliches Beten sind in Ghana selbstverständlich. In ländlichen Regionen sind die Bewohner außerdem sehr abergläubisch und leben besonders spirituell. Durch symbolische Dekoration vor den Häusern will man die bösen Geister fernzuhalten.

Lebenseinstellung der Einheimischen

„Don´t worry“ [=Mach dir keine Sorgen] wirst du bei deinem Freiwilligendienst in Ghana oft zu Hören bekommen. Trotz Armut und sozialen Problemen sind die Ghanaer bekannt für ihre Ironie und Offenheit. Sie stecken voller Lebensfreude und versuchen aus ihrem Land das Beste zu machen. Während deines Freiwilligen sozialen Jahres als weißer Volunteer musst du dich jedoch darauf einstellen, als eine Attraktion angesehen zu werden, da es Gegenden in Ghana gibt, wo noch nie oder zumindest nur selten weiße Menschen auftauchen.

Weitere Sitten

  • Befreundete Männer siehst du in Ghana oft Hand in Hand durch die Straßen laufen.
  • Wenn ein Ghanaer den Raum verlässt, wirst du oft verwundert sein warum er dies in Begleitung von „I´m coming“ [=Ich komme] tut. In Ghana bedeutet dies jedoch so viel wie „Ich habe noch zu tun, aber wir sehen uns bald wieder“.
  • 'Bruni!', was so viel wie 'Oh, ein Weißer!' bedeutet, wird man dir oft entgegen oder hinterher rufen, in den meisten Fällen ist es aber nett gemeint.
  • Niemand, nicht einmal Kinder laufen in Ghana barfuß. Wenn diese Sitte missbraucht wird, dann weil sich jemand über arme Menschen lustig macht. Es gilt als höchst unsittlich ohne Schuhe zu laufen.

Verhaltenstipps

  • Die linke Hand gilt grundsätzlich als schmutzig, weshalb du nur mit der rechten isst, dich begrüßt und bezahlst. Speziell bei der Begrüßung kommt noch ein Schnipsen der Mittelfinger hinzu. Das mag auf den ersten Blick vielleicht etwas verwunderlich aussehen, ist aber sowohl bei offiziellen als auch alltäglichen Anlässen üblich.
  • Wenn du dich beim Essen in einem Raum befindest, wo nicht jeder am Essen teilnimmt, gilt es als unhöflich, wenn du dein Essen nicht auch anderen anbietest. Wie gut man sich kennt spielt dafür keine Rolle.
  • Besonders vorsichtig solltest du beim Fotografieren sein. Wenn du ohne Erlaubnis deine Kamera zückst und drauf los knippst kann es passieren, dass die Ghanaer förmlich ausrasten. Also besser vorher immer fragen, denn meistens hat niemand etwas dagegen.
  • Zum Heranwinken einer Person imitiert man in Ghana die Greifbewegung mit der RECHTEN Hand. Das Verabschieden erfolgt mit der offenen Handfläche in einer Hin und Her-Bewegung.

Zwischen Körpergefühl und stillstehender Zeit

Musikalität

Die ghanaische Bevölkerung ist sehr musikalisch, was Musik- und Tanzunterricht zu den Lieblingsfächern der Schüler macht. Musik wird in Ghana großgeschrieben. Überall wo man hinsieht wird gesungen und getanzt. Aus jedem Bus, Geschäft oder Haus sind die rhythmischen Klänge zu hören. Bei der Lautstärke nehmen die Ghanaer dabei keine Rücksicht, weil es meistens sowieso niemanden stört- Musik gehört zum Alltag dazu. Schon die kleinsten Ghanaer können sich meist hervorragend zur Musik bewegen. Die Aktualität der Musik ist dabei nicht von besonderer Wichtigkeit, was gefällt, wird auch gerne wochenlang jeden Tag aufs Neue gehört. Die meist gehörtesten Musikrichtungen in Ghana sind Highlife, eine Musikform aus Tanz und Musik, die täglich im Radio, den Bars und Clubs zu hören ist und Kirchenmusik, da die Ghanaer sehr religiös sind. Sehr oft wirst du aber auch Trommelrhythmen hören, da der Bau dieses Instruments Tradition ist.

Tipp:Während deines freiwilligen sozialen Jahres in Ghana wirst du von ein paar kleinen Tanzeinlagen also nicht verschont bleiben. Wenn du selbst sehr musikalisch bist, kannst du diese Eigenschaft hervorragend nutzen um das Eis zu brechen. Über die Musik kannst du leicht kommunizieren und findest bei deiner sozialen Arbeit mit Kindern wunderbar den Einstieg.

Cook it, peel it or forget it

Essen in GhanaFreiwilliges Soziales Jahr in Ghana: Die Esskultur und ghanaische Spezialitäten als Volunteer kennenlernen

Die ghanaische Esskultur, die du als Volunteer in einer Gastfamilie kennenlernen wirst, ist relativ einfach. Das Hauptnahrungsmittel der Ghaneser ist Reis, welcher in Formen wie jollof rice oder fried rice vorkommt. Yam, als Kartoffelähnliches Gemüse wird ebenso oft verwendet. Dazu gibt es oft die sogenannten Kochbananen „plantains“ und scharfe Soßen. Das bei uns bekannte Frühstück gibt es in solcher Form in Ghana nicht. Das erste Mal wird im Laufe des Vormittags gegessen, wobei hier meistens Reste vom Abendessen auf den Tisch kommen. Die meisten Mahlzeiten in Ghana sind warm.

Spezialitäten

Lokale Spezialitäten sind Kinkey, Fufu und Banku. Mit Sicherheit werden dir alle drei immer wieder begegnen. Das Nationalgericht in Ghana nennt sich Fufu, es ist eine gummiartige Masse aus gestampften Manjokwurzeln und Kochbananen in scharfer Soße. Fufu ist meistens sehr mächtig und schmeckt ohne Soße nach Nichts.
Kinkey, ist ebenfalls ein Brei, wird aber in mehreren Schritten und über mehrere Tage aus Mais hergestellt. Diese Art von Kloß ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und schmeckt leicht säuerlich. Dazu gibt es kräftige Soßen, sowie Gemüse und Fleisch.
Der Unterschied von Banku zu Kinkey ist eigentlich realtiv gering, jedoch wird Kinkey in einem Bananenblatt gedämpft und die Banku-Klöße bestehen meistens aus einem Gemisch aus Mais- und Maniokmehl.

Einkaufen in Ghana

In Ghana gibt es nur sehr wenig Supermärkte und wenn sind diese sehr teuer. Essengehen ist allerdings deutlich günstiger als bei uns. Wenn du zwischendurch mal Hunger bekommst, auf einen Snack oder auch eine volle Mahlzeit, ist das in Ghana kein Problem. Überall findest du Stände, wo du exotisches Obst, Gemüse, einen warmen Imbiss oder Getränke kaufen kannst. Im Vergleich zu Europa wirst du in Ghana dabei für kleines Geld richtig satt. (Bsp.: Ein Hauptgericht kostet an einem Imbissstand umgerechnet ca. 1-2 €)

Tipps:Wovon du dich in jedem Fall fernhalten solltest sind roher Salat, Eiswürfel, nasse Gläser oder rohes Obst welches du nicht selber geschält hast. Bei Getränken wählst du lieber das Getränk aus der Flasche und zum Zähneputzen besorgst du dir am besten große Wasserflaschen (in jedem kleinen Laden erhältlich). Selbst wenn das Wasser aus deiner Leitung sauber aussieht solltest du darauf verzichten, denn sonst wird sich dein Magen-Darm-Trakt dafür bedanken.

Sport

Wie in den meisten afrikanischen Ländern, zählt auch in Ghana mitunter Fußball zu den beliebtesten Sportarten. Seit der Gründung der Ghana Football Association im Jahr 1957 gilt Fußball als Nationalsport Nummer 1. Besonders Kinder und Jugendliche wirst du bei deinem Freiwilligen Sozialen Jahr oft auf der Straße oder selbstabgesteckten Plätzen beim Rumbolzen sehen. In den Schulpausen ist Fußball spielen eine beliebte Abwechslung für die Kinder.

Für dich als Volunteer bietet es sich an, auch selbst körperlich fit zu sein. Besonders das Klima und die Arbeit mit den meist sehr dynamischen Kids werden dir sonst zu schaffen machen. Sportliche Aktivitäten und Feste stellen außerdem eine auflockernde Abwechslung zum Unterricht im Klassenraum dar.

Kleidung

Man könnte meinen, dass die Ghanaer aufgrund der Armut nicht viel Wert auf Kleidung und Körperpflege legen… Mit dieser Vermutung liegt man jedoch ganz falsch. Die Bevölkerung ist sehr bemüht um ein gepflegtes Äußeres und erwartet dies auch von dir als Freiwillige/r. Als allgemein bekannt, gelten die Gewänder der Aschanti, sowie der einzelnen Urstämme. Durch die Webkunst „Kente“ werden farbenfrohe Gewänder in allen Regenbogenfarben hergestellt, denn in Ghana kleidet man sich gerne bunt. Besonders bei großen Veranstaltungen wie Festen, Hochzeiten oder Trauerfeiern werden die prächtigen Gewänder ausgeführt.
Die Frauen tragen traditionell eine Art Turban auf dem Kopf und dazu ein Kleid mit selber Farbfolge. Die Männer hingegen tragen meist Einteiler, die mit dem Toga-Gewand verglichen werden können. Diese bestehen aus einem Stück Stoff, was mehrmals um den Körper gewickelt wird.

Tipp:Es bietet sich also nicht an, nur mit alten Klamotten für dein freiwilliges soziales Jahr nach Ghana zu kommen. Generell solltest du darauf achten, dass deine Knie und Schultern von der Kleidung bedeckt sind. Besonders im Norden des Landes sind die Bewohner sehr gläubig und werden darauf achten. Für die Abendstunden ist lange, leichte Kleidung zu empfehlen, da Moskitos sehr verbreitet sind und vermehrt zu dieser Tageszeit auftauchen. Für spezielle Projekte solltest du vor der Abreise aber immer noch den Veranstalter kontaktieren, um dir Kleidungstipps einzuholen.

Thematische Vorbereitung für Volunteers

Wichtig ist, dass du dich vor deiner Abreise mit der Kultur und vor allem den Sitten des Landes auseinandersetzt. Eine Vorarbeit für dein persönliches Projekt ist in der Regel nicht nötig, da es vor Beginn zunächst eine Einführungswoche in Ghana gibt. Ratsam ist das Stöbern in Reiseführern, Foren und das Lesen von Erfahrungsberichten, die du nach kurzer Recherche-Arbeit leicht im Internet finden kannst. Gerade in Foren oder auch in Blogs findest du zahlreiche Fotos, die nicht nur die schönen Seiten des Landes zeigen, sondern auch die Realität.

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